Bedingt prickelnd
Vor etwas mehr als drei Jahrzehnten brachte David Cronenberg den Film «The Fly» heraus. Darin entwickelt der ehrgeizige Biochemiker Dr. Brundle die Technik der «Teleportation». Vermittels dieser werden komplexe Substanzen, später auch Lebewesen atomisiert, die Elementarteilchen per Funk verschickt und am Zielort wieder zusammengesetzt. Brundle, der näher mit einer Wissenschaftsjournalistin namens Veronica bekannt ist, unterzieht sich nach der erfolgreichen «Teleportation» eines Affen voreilig einem Selbstversuch.
Mit ihm gelangt eine gemeine Stubenfliege in die Röhre, und bei der Übermittlung bzw. Rekonstruktion seines Körpers mischt sich das menschliche genetische Material mit dem tierischen. Das Unheil der Mutation nimmt seinen Lauf – es mündet in jenen finalen Rettungsschuss, mit dem Veronica den zu ihrem Peiniger werdenden Wissenschaftler ausschaltet.
Der Plot des Films stammt aus einer 1957 publizierten Kurzgeschichte von George Langelaan. Auf diese Novelle griff David Henry Hwang zurück, als er für Howard Shore nun ein Libretto anfertigte, das die Horrorgeschichte in eine Rahmenhandlung rückt – Veronica zeigt sich selbst bei der Polizei wegen ihrer Brachiallösung des ...
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Kristina Wuss, Berghaus- und Konwitschny-Schülerin, hat Oscar Wildes einstiges Skandaldrama gegen den Strich gelesen. Sie entziffert in Strauss’ Vertonung der Begegnung der morbiden Kindfrau mit dem asketischen Propheten zu Recht eine psychologische Introspektion. Bei ihr ist Salome keine wahnsinnige Mänade, sondern ein junges Mädchen, das in einer aus den Fugen...
Schon mit dem Bühnenerstling «Adolf Wölfi» steuerte Georg Friedrich Haas 1981 auf das Spannungsfeld von Genie und Wahn zu. Auch «Nacht», die zweite Kammeroper des 1953 in Graz geborenen Komponisten, befasste sich in den neunziger Jahren anhand von Textfragmenten Hölderlins mit dem Thema «Umnachtung». Nach einem Exkurs zu Poe und Kafka, deren Texte gleichfalls eher...
Für einmal macht Triquet keine graziösen Faxen, sondern stürmt und drängt, führt quasi die Leiden des jungen Werther vor. Am Schluss seiner Couplets schenkt er Tatjana, die er offenbar tief verehrt, eine dunkle Blume – jene Blume des Abschieds vielleicht, von der Rilke sagt, sie blühe irgendwo und streue «immerfort Blütenstaub, den wir atmen, herüber; auch noch im...
