Arien für Anna, Elisabeth, und Katharina
Die Suche nach verborgenen Schätzen der Musikgeschichte führte Cecilia Bartoli dieses Mal nach Sankt Petersburg. Dass westeuropäische Musiker seit den 1730er-Jahren am Zarenhof tätig waren und Opern nach italienischem Modell aufführten, ist seit Langem bekannt.
Gehört hat diese Musik bisher wohl kaum jemand, nicht zuletzt aufgrund der desolaten Quellenlage: Die Archive des Mariinsky-Theaters, in denen die meisten Partituren aus der Frühzeit der Oper in Russland lagern, blieben so lange geschlossen, bis – so zumindest wird es kolportiert – Valery Gergiev, der allmächtige Musikchef des Hauses, dem Drängen Bartolis nachgab und die Anordnung erteilte, der Sängerin die Tore zur Schatzkammer zu öffnen und Zugang zu den Handschriften zu gewähren.
Den Wahrheitsgehalt dieser Geschichte zu überprüfen, sei anderen überlassen. Was La Bartoli auf ihrer neuen CD – einem Konzeptalbum wie viele ihrer Aufnahmen – bietet, sind durchweg hörenswerte Entdeckungen, auch wenn sicherlich nicht jede Arie eine musikalische Offenbarung darstellt. Komponisten wie die Italiener Francesco Domenico Araia und Vincenzo Manfredini sowie der gebürtige Stralsunder Hermann Raupach, die es mal länger, mal kürzer nach ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 34
von Thomas Seedorf
Das alte Holz knarzt, die Treppenstufen geben leicht nach, trockene, würzige Luft zieht durch den Raum. Ein Raum, der im Wesentlichen noch so erhalten ist wie zur Entstehungszeit um 1680. Der Besuch im Ekhof-Theater im Gothaer Schloss Friedenstein ist ein Erlebnis für alle Sinne, für Augen, Ohren und Nase – und auch für die Hände, die behutsam über die Maserung...
Insbesondere in «Akhnaten», so der Komponist Philip Glass, sollen Musik, Szene und Bewegung als primäre Bedeutungsträger fungieren. Ob Glass’ Musik dazu die nötige Tragfähigkeit besitzt, wird zu Recht nach wie vor diskutiert. In Adelaide hat man im August die Probe aufs Exempel gemacht: Die State Opera of South Australia (SOSA) schnürte die Opern «Akhnaten»,...
Nicht zuletzt in zwei Kurzopern über die Macht der Musik sollten bei den Bregenzer Festspielen auch Kinder und Familien auf ihre Kosten kommen. Mark Down, in der «Zauberflöte» auf der Seebühne für das Puppenspiel verantwortlich (siehe OW 9-10/2014), inszenierte zum ersten Mal eigenhändig – und schuf für die Märchenfiguren in Strawinskys «Le Rossignol» mit einfachen...
