Ein Denkmal für zwei
Unter den Dokumentarfilmern, die sich für Musik interessieren, nimmt Bruno Monsaingeon einen besonderen Rang ein. Der Franzose ist ausgebildeter Geiger und verkehrt mit Musikern sozusagen in ihrer Sprache. Das hat ihm nicht nur Türen, sondern auch Herzen geöffnet. Monsaingeon interessiert sich für die eher scheuen, oft schwierigen Künstler, die ihren Weg abseits des Medienhypes gemacht haben, ja diesen sogar meiden. Daher gehört es zu seinen größten Verdiensten, den Klaviertitanen Svjatoslav Richter zu einer filmischen Lebensbeichte animiert zu haben.
Auch mit dem gewiss nicht einfacheren Glenn Gould hat er Dokumentationen vorgelegt, die man nicht vergisst, wenn man sie einmal gesehen hat. Seinem Freund und Mentor Yehudi Menuhin sind mehrere Arbeiten gewidmet. Das David-Oistrach-Porträt wurde, über alle Facetten des Geigers und des Geigens hinaus, zu einem Porträt des sowjetischen Künstlers in Stalinismus und Kaltem Krieg schlechthin. Julia Varadys stupende Gesangstechnik und ihr faszinierender Unterricht sind ebenfalls mit der diesem Regisseur eigenen Mischung aus Einfühlsamkeit, Sachkenntnis und Beharrlichkeit festgehalten.
Zum 70. Geburtstag Monsaingeons haben EuroArts und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 32
von Stephan Mösch
Jubilare
Er gehört zu den wenigen französischen Opernsängern, die 18 Jahre in Folge an der New Yorker Met gastierten. Der Bariton Gabriel Bacquier erhielt seine musikalische Ausbildung zwischen 1945 und 1950 am Pariser Konservatorium und war von 1953 bis 1956 Ensemblemitglied am Brüsseler Opernhaus La Monnaie, wo er französisches und italienisches Repertoire sang....
Markus Eiche
Residenzverträge an der Wiener Staatsoper und Bayerischen Staatsoper in München, Einladungen aus aller Welt. Doch Oper ist nicht das Einzige, was Markus Eiche (Jahrgang 1969) interessiert. In Bayreuth wird er diesen Sommer im «Tannhäuser» den Wolfram singen.
Sasha Waltz
Halb zog er sie, halb sank sie hin: Richard Wagner und Sasha Waltz – dieses Gespann...
Er ist aus der Mode gekommen, in den Hintergrund getreten. Graue Eminenz der kritischen Theorie, Großmeister geschraubter Dialektik, Scharfrichter über Wahrheit und Fortschritt, zumal in der Musik. Adorno war gestern. Übertönt vom Lockruf der Postmoderne: anything goes. Verdrängt von einem hedonistisch-liberalen Zeitgeist, dem das Asketisch-Rigorose, die...
