Strahlemann
Wie ein Sonnenstrahl gleißt das hohe C, als Rodolfo in «Che gelida manina» von «speranza», von der Hoffnung spricht. Hell glänzt auch das der Arie «Salut! Demeure chaste et pure», in der Faust Marguerites Heim als Wohnsitz einer holden Seele bestaunt. Ja, in der Höhe hat Saimir Pirgu Flügel. Und jenen «giovanile ardore», die jugendliche Glut, die Alfredo in «O mio rimorso! Oh infamia» erwähnt? Hat er auch, keine Frage.
Überhaupt den Drive, die Attacke für das Repertoire zwischen Donizetti und Cilea, dem er sich – unaufdringlich begleitet vom Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino unter Speranza Scappucci – auf seiner neuen Solo-CD «Il mio canto» widmet. Ein Album mit Hits für lyrischen Tenor, auf dem auch Werther und Edgardo nicht fehlen. Zugleich ein Gebiet, auf dem er sich, von Gedda über Domingo bis Alagna, mit einer langen Konkurrentenliste messen muss. Es zeigt sich: Ganz oben an der Spitze kann Pirgu nicht mithalten – ungeachtet der schönen Spitzentöne.
Woran liegt’s? Pirgu kämpft mit technischen Schwierigkeiten, die beim Hören nebenbei nicht allzu sehr, beim konzentrierten Lauschen aber empfindlich ins Gewicht fallen. Merkwürdig instabil sitzen die Vokale. Will Pirgu ...
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Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 32
von Wiebke Roloff
Als Händel im Winter 1741 nach Dublin reiste, hatte er neben dem soeben vollendeten «Messias» auch die Partitur seiner vorletzten, 1740 durchgefallenen Oper «Imeneo» im Gepäck. Dass das auf einem älteren Libretto von Silvio Stampiglia beruhende Stück angesichts des gewandelten Geschmacks des Londoner Theaterpublikums nur zweimal aufgeführt wurde, verwundert bei der...
Hack- oder Filetsteak, das ist hier die Frage. Der «Vampyr» in der 90-minütigen Fassung des gefeierten Schauspielregisseurs Antú Romero Nunes (dem an der Bayerischen Staatsoper bereits «Guillaume Tell» anvertraut war, siehe OW 8/2014) bietet vor allem Blutsauger-Geschnetzeltes von dem sonst zwei Stunden dauernden Werk. Freilich ist dies genau das, was Nunes am...
Gestern haben wir uns ein Musical angesehen. Von mir aus wär ich wohl kaum hingegangen, aber eine Freundin hat da mitgemacht. Versteht sich von selbst, dass wir nachher auch hinter die Bühne sind, um ihr vorzuschwärmen, wie sehr wir den Abend genossen hätten. Dabei war’s schrecklich. Einfach grauenhaft – zu lang, zu platt, zu schlecht gemacht. Ich wusste es, die...
