Geflüster im Kornfeld
Die Schreibmaschine ist schön. Weil sie Erinnerungen weckt an eine Zeit, in der Wörter noch gleichsam eingemeißelt wurden. Altes Modell, vielleicht eine Olympia aus den sechziger Jahren. Vor ihr Anna Samuil, in grauer Leinenhose und lindgrüner Bluse, im Schneidersitz, auf dem Boden hin- und herwogend wie ihre Seele. Soll ich? Soll ich nicht? Ja, sie soll.
Und man sieht ihr gern dabei zu, weil die Bildregie von Brian Large bei aller Nähe doch die nötige Distanz des zwar interessierten, aber nicht voyeuristischen Betrachters zur Figur belässt und damit etwas Wesentliches der Regie aufnimmt: Keine der Personen, die mitmachen in diesem Spiel von (nicht nur) tödlicher Langeweile und falsch gerichteter Leidenschaft, wird denunziert. Allen ist das Wichtigste geblieben: Würde.
Andrea Breth ist für ihre Salzburger Inszenierung von Tschaikowskys «Eugen Onegin» im quasi naturalistischen Bühnenbild von Martin Zehetgruber und mit den Kostümen von Silke Willrett viel gelobt, aber auch getadelt worden (siehe OW 9-10/2007). Sieht (und hört) man nun ein Jahr danach die Aufnahme dieses Abends auf DVD, will man Letzteres kaum verstehen. Die Lyrischen Szenen, wie der Komponist selbst seine Schöpfung ...
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Luigi Dallapiccolas Kurzoper «Il prigioniero» («Der Gefangene»), 1944 unter dem Eindruck des italienischen Faschismus begonnen und 1949 (unter der Leitung Hermann Scherchens) in Turin uraufgeführt, ist neuerdings wieder häufig auf den Spielplänen zu finden. Zuletzt stand das von melismatisch-expressiver Italianità durchsetzte Zwölftonopus in Paris zur Diskussion...
Sanft kräuselt der Wind die Oberfläche des Sees. Schilf wiegt sich im Takt der Wellen. Endlose Wälder säumen die Ufer. Die Konturen ferner Berge zeichnen sich am Horizont ab. Ein Ort für erhabene Gefühle, für frei fliegende Gedanken. Die hatte auch der Sänger und Regisseur Sten Niclasson, als er vor zwölf Jahren erstmals dieses Ufer bereiste und unbedingt die...
Erinnern wir uns. Vor Jahren war es, da kreierte ein japanischer Autokonzern einen Werbe-Slogan, der, kaum war er in der Welt, allerorten reichlich zitiert wurde, weil er sich im Grunde auf fast jeden Lebensbereich anwenden ließ: Nichts ist unmöglich. Die Moderne nach der Postmoderne hat diese «Erkenntnis» längst verinnerlicht – allerdings mehr in technischer als...
