Deutsche Oper: Neues aus der Alten Tischlerei
«Ganzkörperpoeten» nennen sich die Akteure der Berliner Tanz-Performance-Musik-Theater-Truppe Nico and the Navigators. Seit 1998 verfolgen Regisseurin Nicola Hümpel, Bühnenbildner Oliver Proske und das in wechselnder Besetzung auftretende Ensemble die Mission, Figuren und Themen der Hochkultur aufs Menschlich-Allzumenschliche herunterzubrechen. Händel und Rossini haben sie bereits erfolgreich in ihren Bilderkosmos eingemeindet. Für das jüngste Projekt lieferten Lieder und (für Kammerorchester bearbeitete) Instrumentalstücke von Mahler die Inspiration.
Nur vier Tage hatten die Navigatoren Zeit, um das rhapsodische Spiel über die Lebenstragödie des Komponisten rund um ein aufklappbares Komponierhäuschen zu proben. Wenige Stunden vor der Premiere wurde noch an der neuen Zweitspielstätte der Deutschen Oper gebaut. Aber die (dank zentraler Werkstätten) frei gewordene alte Tischlerei unter dem Dach des Hinterhauses sollte unbedingt zu Beginn der Spielzeit eröffnet werden. Ein schlichter Mehrzwecksaal, in dem künftig kleine Formate präsentiert werden – vom Kindermusiktheater bis zu Avantgarde-Stücken. Maximal 400 Zuschauer finden dort Platz. Finanziert wird das Programm aus Drittmitteln. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Albrecht Thiemann
R egie: Katharina Wagner». Diese Ankündigung war noch zwei Tage vor der Premiere des «Colón Rings» im Buenos Aires Herald zu lesen, womit gewissermaßen noch einmal der Finger in die Wunde gelegt wurde.
48 Stunden Bedenkzeit hatte sich die Argentinierin Valentina Carrasco, Mitglied der Theatergruppe La Fura dels Baus, ausbedungen für ihre Entscheidung, die Regie des...
Wenn der Vater mit dem Sohne, hieß ein tränenseliger Spielfilm aus dem Jahr 1955 mit Heinz Rühmann und Oliver Grimm. An einen Streifen mag man auch bei der Konstellation Mutter und Sohn denken, die Renate und Daniel Behles Recital Generation bietet – nämlich einen Moment lang an Loriots ersten Spielfilm Ödipussi. Doch verscheucht man diese Gedanken sofort, da die...
Vor ein paar Jahren fiel Marie-Nicole Lemieux in Glyndebourne auf, als sie die Mistress Quickly in Richard Jones’ Nachkriegs-England-Version von Verdis Falstaff zur umwerfenden Charakterstudie einer ältlichen Lehrerin und Pfadfinderführerin umformte. Doch die junge Kanadierin ist in vielen Stilen und Kostümen zu Hause, was sie mit ihrem Recital mit Arien und Szenen...
