Magazin 4/2017
Eine vergängliche Spielstätte
Das Kulturfestival Origen eröffnete Ende Juli einen roten, etwa 30 Meter hohen Theaterturm – auf dem Julierpass in 2300 Metern Höhe. Zur Einweihung und bis Mitte August wurde die Oper „Apokalypse“ des 2012 verstorbenen Bündner Komponisten Gion Antoni Derungs gespielt. In dem Werk erzählten skurrile Figuren, apokalyptische Reiter, babylonische Huren und bärtige Himmelswesen vom Untergang der Welt, vom Fall Babylons und von der Hoffnung auf einen neuen Himmelsgarten.
Zehn fünfeckige Türme bilden das markante Bauwerk, das an den Turmbau zu Babel erinnert. Die Zuschauerränge auf vier Stockwerken sind ringförmig innen entlang des Turmumrisses angeordnet. Die Bühne schwebt aufgehängt in der ersten Etage, darunter befindet sich der Eingangsbereich. Um den Bau in allen vier Jahreszeiten zu bespielen, fehlen noch die notwendige Gebäudeinstallation und das dafür nötige Geld, eine weitere Million Franken. Nach drei bis vier Jahren soll der experimentelle Bau wieder verschwinden. Die Kosten lagen bei 2 Millionen Franken.
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BTR Ausgabe 4 2017
Rubrik: Fokus, Seite 10
von Red.
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