Provokation aus der Unterbühne
Besonders eine Figur dominierte die Berichterstattung über die Neuinszenierung bei den Bayreuther Festspielen: ein gigantischer Judenkopf. Er kommt aus der Unterbühne und wird szenisch aufgeblasen – lautlos. Der Konstrukteur stellt die technische Realisierung der Erfindung vor, aber auch die Unterkonstruktion zum Transportieren des schweren Bühnenbilds, das nach realen Vorbildern wie der Villa Wahnfried und dem Gerichtssaal der Nürnberger Prozesse gebaut wurde.
Das Bühnenbild von Rebecca Ringst für „Die Meistersinger“ 2017 in Bayreuth beginnt im Salon der Villa Wahnfried, dem Wohnhaus Richard Wagners. Dieses Zimmer hat Zugänge von der Rückseite sowie von der Unterbühne und steht, in einem größeren Kabinett, das anfangs kaum wahrnehmbar ist. Später wird dieser Raum – 10,50 m breit, 6,65 m hoch und 7,23 m tief – mit einem Gesamtgewicht von deutlich über zehn Tonnen szenisch nach hinten gefahren und gibt den Blick frei auf das sogenannte Kabinett, einen Nachbau des Nürnberger Prozessraums. Aus der Unterbühne erscheint ein Zeugenstand und Richard Wagner alias Hans Sachs bleibt dort allein zurück. Dieser Raum bleibt die ganze Aufführung hindurch stehen. Die Rückwand und Teile der ...
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BTR Ausgabe 5 2017
Rubrik: Thema: Festivals, Seite 22
von Albrecht Löser
This year saw the 72nd edition of the Bregenz Festival. Once again, the lake stage proved a magnet for the public. Here, a production of Georges Bizet’s “Carmen” was attended by almost 7000 festival guests each evening, delighting them not only with its music and song but also with its extraordinary setting and effective projections.
Two enormous hands framing...
Konzerte der Sächsischen Staatskapelle haben in der Semperoper eine lange Tradition. Dafür entstanden bereits seit dem 19. Jahrhundert immer wieder sehr aufwendige akustische Einbauten, um dem Publikum ein angemessenes Hörerlebnis zu bieten. Der „Konzertsaal“ genannte Raum auf der Bühne war im Laufe der Zeit vielen Anpassungen unterworfen. Der Autor beschreibt im...
Der griechische Regisseur und Bühnenbildner Dimitris Papaioannou wurde durch seine Inszenierung der Eröffnungs- und Schlussfeier für die Olympischen Spiele 2004 in Athen international bekannt. Seitdem macht er sich auf Europas Bühnen immer unentbehrlicher. Seine Welt aus Bruch- und Versatzstücken von Körpern und Materialien schafft Bilder, die unter die Haut gehen....
