Sträflich vernachlässig: Kommissionsbericht Wiener Ballettakademie
Der Endbericht der Unabhängigen Sonderkommission Ballettakademie zum Skandal um die traditionsreiche Tanzausbildungsinstitution der Wiener Staatsoper (tanz 6/19) ist aufschlussreich, aber auch unzureichend. Präsentiert wurde das Papier Mitte Dezember von dem ehrenamtlichen Kommissions-Trio: der Wiener Strafrechts-Professorin Susanne Reindl-Krauskopf, der Sängerin und Rektorin der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst, Ulrike Sych, sowie Martina Fasslabend, ehemals Leiterin einer österreichischen Kinderschutzorganisation.
Dem 34-seitigen Bericht lässt sich entnehmen, dass die einst gefeierte Staatsballett-Solistin Simona Noja-Nebyla (51) als geschäftsführende Direktorin der Akademie ihrer Aufgabe nicht gewachsen war. Kurz vor Weihnachten wurde sie denn auch von dieser Funktion abberufen – aber, wie es heißt, nicht entlassen. Beanstandet werden unter anderem unklare Strukturen, was Verantwortung, Organisation und das veraltete Qualitätsmanagement betrifft. Noja hat da offenbar allzu viel improvisiert, und Staatsballett-Direktor Manuel Legris (55), zugleich künstlerischer Leiter der Akademie, hat sich zu wenig gekümmert. Wie sein designierter Nachfolger Martin Schläpfer ...
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Tanz Februar 2020
Rubrik: Praxis, Seite 66
von Helmut Ploebst
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