Düsseldorf: Rabih Mroué «elephant», «you should have seen me dancing waltz»
Rabih Mroué, den Künstler und Choreografen aus dem Libanon, hat der Bürgerkrieg von 1975 bis 1990 tief verwundet. In seinem jüngsten Stück für die Tänzerinnen und Tänzer vierzig plus des Berliner Dance On Ensembles, «You should have seen me dancing Waltz», hört man anstelle von Musik eine Stimme. Dance-On-Ensemble-Leiter Ty Boomershine spricht über Politiker, als seien deren Auftritte aus russischer Folklore entsprungen. Er beschreibt ungarische Grenzbeamte bei der Misshandlung von Flüchtlingen.
Er berichtet über die straffe Haltung von Hindu-Nationalisten und vergisst auch nicht, vatikanische Kinderschänder zu nennen, während die Tänzer sich auf ihren Hintern setzen, das linke Bein heben, es winkeln und entsichern wie ein Gewehr. Ihre Opfer sind, man sieht es bereits im ersten Teil des Abends, in «Elephant» (2018), an die Wand projizierte Skizzen von Gefallenen eines Krieges oder Aufstands. Die Tänzer stellen die Opfer ordentlich nach. Ihr wundersam choreografiertes Wegducken wirkt dabei wie die Ursache allen Kriegstreibens. Der zweite, der neue Teil dagegen ist ein Hörspiel zum Hinsehen.
Bei der Uraufführung in Athen, im Kulturzentrum Onassis Stegi, ist man geografisch gesehen ...
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Tanz Februar 2020
Rubrik: Kritik, Seite 40
von
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