Foto: Arash Nejad

Düsseldorf: «Jerada»

Carte Blanche & Bouchra Ouizguen «Jerada»

Tanz - Logo

Auf den ersten Blick sieht es nach Klischee aus: Eine Choreografin aus dem arabischen Raum schickt die hoch trainierten Tänzerinnen und Tänzer einer zeitgenössischen Kompanie aus Norwegen in eine Drehmeditation. Die am Rand der Sahara geborene Choreografin Bouchra Ouizguen lebt mittlerweile in Marrakesch. Sie ist Autodidaktin und experimentiert in ihrer marokkanischen Heimat mit traditionellen und rituellen Tanzformen.

«Corbeaux», ein Stück mit Berber-Frauen, erregte in Europa große Aufmerksamkeit und ebnete Ouizguen den Weg zu internationalen Kollaborationen wie nun mit Carte Blanche aus Bergen.  

Der derzeitige Kompanieleiter Hooman Sharifi ist vor 30 Jahren aus dem Iran nach  Norwegen emigriert, Sensibilität im Umgang mit kulturellen Verstrickungen liegt also auf der Hand. Das passt auch ins Konzept des «Nordwind Festival», das Carte Blanche auf Kampnagel in Hamburg präsentierte. Zudem schlug «Jerada» einen Bogen von Skandinavien nach Afrika, wie er den Festivalmachern vorschwebte.

Jerada bezeichnet eine marokkanische Provinz. In Zusammenarbeit mit lokalen Musikern und unter dem Eindruck der Lebensumstände vor Ort fand die Kompanie in den Rhythmus der nordwestafrikanischen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2018
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 38
von Irmela Kästner

Weitere Beiträge
Erfahrungsräume

Alle zwei Jahre treffen sich die deutschen Tanzakademien und -hochschulen, um miteinander und voneinander zu lernen. Berlin und das Hochschulübergreifende Zentrum Tanz sind Schauplatz der 6. Ausgabe der «Biennale Tanzausbildung», die sich diesmal ins urbane Getümmel stürzt: «Dancing in the Street. Was bewegt Tanz?» lautet das Motto des Treffens, das auf die...

Peter Martins

Die Welle von Anschuldigungen wegen sexueller Übergriffe im US-amerikanischen Kongress sowie im Medien- und Unterhaltungssektor hat nun auch den langjährigen Chef des New York City Ballet und der angegliederten School of American Ballet erfasst. Am 1. Januar hat der gebürtige Däne seine Posten niedergelegt. Wie die «Washington Post» berichtete, ging der Demission...

Manuel Legris

Zwei Tage nach der Premiere seiner umjubelten Einstudierung des Nurejew‘schen «Don Quixote» in Hamburg wurde es in Wien offiziell: Manuel Legris (53) wird, wie Intendant Dominique Meyer, 2020 die Wiener Staatsoper verlassen. Meyer wird von Bogdan Roscic abgelöst, Legris geht aus freien Stücken. Wer ihm nachfolgt, wird voraussichtlich wie gewohnt der neue Opernchef...