Alles ist eitel – so oder so
Was verbindet Calderóns polnischen König Sigismund, den holländischen Renaissancemaler Peter Paul Rubens und de Laclos’ frisch aufgeklärten Franzosen Marquis de Valmont? Als «Menschen des Barock» gelten und stehen sie derzeit im Mittelpunkt der am 15. Oktober endenden RuhrTriennale und bevölkern die Industriedenkmäler zwischen Duisburg und Essen. Doch allzu eng sah man das selbstgegebene Thema dann auch wieder nicht.
Jedenfalls durfte auch der Gründerzeitler Richard Wagner vorkommen (in einem von Klaus Umbach verfassten Spukkonzert aus dem Hause «Wahnfried»), und die Eiserne Lady des Weltkinos, Vanessa Redgrave, demonstrierte mit einer «Intervention» zu Guantánamo politische Haltung und Aktualität.
Barocke Prachtentfaltung und Herrschaftssymbolik kommen heute sowieso am ehesten den Sponsoren zu. Der Kumpel dagegen, in dessen dichtgemachten Leid- und Arbeitsstätten die Kunst sich gern und edel rahmen lässt, steht immer noch abseits beim Repräsentations-Kulturmarketing. Ein Essener Großunternehmen als Hauptgönner hielt Hof bei den Premieren und schuf sich einen Sperrbezirk, der Konzern-Gäste und gemeines Besuchervolk schied. Wird nicht so der Anspruch, unter dem das ...
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Die Frau in Schaftstiefeln und Seidenkleid, die etwas unbeholfen über die Ponywiese stapft, ist nicht aus dieser Gegend. Trotzdem kennt hier in der Ostprignitz jeder Dorfbewohner ihr Gesicht: Bis vor ein paar Jahren machte Bärbel Schäfer eine der erfolgreichsten Nachmittagstalkshows des deutschen Fernsehens. Nichts Irdisches war ihr und ihren Talkgästen fremd; vor...
Während der Abspann läuft, hört man sie noch einmal, die dünne Männerstimme mit dem zittrigen Tremolo, nüchtern, kein bisschen sentimental, dafür aber mit einem Rest Angriffslust in der abgeschnürten Kehle. So wie zuvor schon den «Wegweiser» und den «Leiermann», singt Josef Bierbichler das Lied «Die Nebensonnen» aus Franz Schuberts und Wilhelm Müllers «Winterreise»...
Es war ein langes Drama mit Ranküne, Pech und Pleiten, doch angesichts der Entstehungsgeschichte des neuen Hans-Otto-Theaters darf man von einem Glücksfall sprechen, der das Stück mit einem Happy-End beschloss.
Das erste Potsdamer Theaterpublikum trug noch Perücke. Der Hofstaat Friedrichs II. delektierte sich an dramatischen Stücken ab 1748 im Hoftheater des...
