Verändern durch Passionswissen

Ulrich Khuon, Intendant des Hamburger Thalia Theaters, über Theaterarbeit zwischen Autonomie und sozialer Verbindlichkeit, die neue Sehnsucht nach dem Ortssinn, über Ich-Geschichten und das Elend eines gesteigerten Individualismus - eine Berliner Lektion

Theater heute - Logo

IDie eigentlich erfreuliche Nachricht, dass Kulturstaatsminis­ter Neumann für diverse Kulturvorhaben 400 Millionen Euro mehr aufgetan hat, erzeugte in zwei maßgeblichen Zeitungen geradezu schockhafte Wirkung.

In der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» und in der «Süddeutschen Zeitung» zeigten sich Nils Minkmar und Thomas Steinfeld äußerst besorgt, dass es zu viel Geld für die Kultur geben könne, dass die falsche Kultur gefördert werde – nämlich eine neue biedermeierliche –, dass Kultur durch fürsorgliche Belagerung erdrückt werde und ein neuer allumfassender Kulturbegriff alles aufsauge, kurz: dass es der Kultur in Deutschland physisch und psychisch zu gut gehe, sie werde zu Tode geliebt. Nun wissen wir, dass das schöne Bundesgeld schon einmal zur Hälfte in die Sanierung der Deutschen Staatsoper Berlin fließt und auch der Rest, auf mehrere Jahre verteilt, einigen überfälligen Vorhaben meist baulicher Art zugute kommt. Das ist erfreulich und sicher auch ein Signal dafür, dass die Zeit des Kaputtsparens vorbei sein könnte, aber natürlich nicht der Garant für eine gesicherte Zukunft der kulturellen Breitenversorgung. Wie aber ist es um deren Gegenwart bestellt?
Ein Blick auf die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Februar 2008
Rubrik: Berliner Lektion, Seite 30
von Ulrich Khuon

Vergriffen
Weitere Beiträge
Gegenkritik: Nicolas Stemann

Der Theaterkritik geht es nicht wirklich gut. Das tut mir leid. Vielleicht ist sie überarbeitet? Oder überfordert? Bin ich vielleicht daran schuld? Vielleicht sollten wir sie ein wenig in Ruhe lassen, damit sie wieder zu sich kommt. Legen Sie also ganz behutsam dieses Heft weg. Weit weg. Lesen Sie nicht mehr weiter. Wenn Sie ein Abo haben, sollten Sie es vielleicht...

Tatort Volksbühne

Theater heuteHallo, hier ist Eva Behrendt von «Theater heute» …

Bernhard Schodrowski«Theater heute»! Ich warte seit drei Jahren darauf, dass Sie anrufen! Obwohl ich zugeben muss: Das letzte Mal, dass ich Ihre Zeitschrift gekauft habe, war, als das Interview mit Harald Schmidt drin war.

THIch bin schon gerührt, dass die Berliner Polizei überhaupt «Theater heute»...

Von Spendern und Sponsoren

Petite Fleur» heißt das Etablissement, das mehr bodenständig als frivol über die Ausfallstraße am See grüßt. Neonbordüren illuminieren sparsam die klobige Fassade; träge blinken rote Herzen in den Fenstern. Früher war das robuste Zweieinhalb-Familienhaus schräg gegenüber der Roten Fabrik noch «eine wundervolle Vorstadtkneipe», in der der legendäre Tonmeister Dieter...