Den Ruhrpott mit der Seele suchen
Auf dem Nachttisch steht eine Schale mit Obst und Schokolade. Auch an eine Wasserflasche und Bettlektüre haben die aufmerksamen Gastgeber gedacht: Neben einem Bildband über die schönsten Strände – für eine Irrfahrerin im Geiste des Odysseus keinesfalls unerheblich – liegt Ralf Rothmanns Erzählband «Rehe am Meer».
Von dem inzwischen in Berlin lebenden Ruhrgebietsschriftsteller hat Jugendtheater-Schauspieler Till dem Gast aus der Hauptstadt schließlich schon vorgeschwärmt, als wir mittags auf dem Weg von Essen nach Bochum gute 90 Minuten auf der A 40 – dem «längsten Parkplatz des Ruhrgebiets» – steckengeblieben sind.
Nachts zu Gast bei Unbekannten
Till und seine Freundin, die Kinderpsychologin Irina, gehören zum Mammuttheaterprojekt «Odyssee Europa», das die Kulturhauptstadt Ruhr 2010 gemeinsam mit sechs regionalen Schauspielhäusern und der Agentur raumlabor berlin veranstaltet. Denn wer möchte, bucht nicht nur sechs zeitgenössische Theateraufführungen samt einer zweitägigen «Irrfahrt durch die Zwischenwelt», sondern auch eine Übernachtung bei Unbekannten. Diese Gastgeber stellen dann Nachtlager und Frühstück, kutschieren die Reisenden zum Theater und weisen sie unterwegs auf die ...
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