Triumph der Freiheit
Als Philipp Löhle einmal aus dem Supermarkt kam, sah er einen Mann mit einem Lama. Nichts Ungewöhnliches, denn es gibt ja schon seit einiger Zeit diese natur- und tierliebenden Menschen, die mit Andenmütze und Kleinkamel ihre Natur- und Tierhalterliebe öffentlich unterstützen lassen und gegen eine kleine Spende jedermann zum streichelnden Mitnatur- und Tierliebhaber befördern. Löhle befiel bei dem Anblick allerdings kein zärtliches Bedürfnis, sondern der spontane Satz: «Greenpeace hat mir mein Lama weggenommen.
» Wenn der Naturschützerverband, der sonst vorzugsweise mit kleinen Schlauchbooten übermächtige Walfänger oder Robbenschlächter angreift, seine Sache ernst meint, müsste er schließlich auch arme Lamas den Händen ihrer Mitleidsvermarkter entreißen. Dergleichen ist zwar noch nicht vorgekommen, aber warum eigentlich nicht?
Wie auch immer – jedenfalls fängt damit ein neues Stück angewandter Kapitalismuskritik an: «Genannt Gospodin» (der vollständige Stückabdruck liegt diesem Heft bei). Dem Titelheld wird sein Betteltier ausgerechnet vom Grünenfrieden weggenommen, was ihn in eine existentielle Krise stürzt. Am Ende muss sich der Kapitalismus zwar nicht zu Tode fürchten, Gospodin ...
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Die Ausstellung in der Londoner Tate Modern mit dem Titel «The World as a Stage», die über Objekte und Installationen von 16 internationalen Künstlern die Beziehung zwischen Bildender Kunst und Theater erforschen will, weckt erst einmal einige Erwartungen: auf eine konzentrierte Auseinandersetzung mit Theater, vielleicht auch auf Lebendigkeit.
Falls man jedoch die...
Kurz nach Aufführungsbeginn flüstert mir Elke Heidenreich ins Ohr: «Ist genau wie beim Lesen. Nach zehn Minuten weiß man, ob ein Buch fesselt oder nicht.» Sie ist gefesselt. Schaut gebannt. Hört mit freudiger Aufmerksamkeit der Musik zu, die das Spiel begleitet, kontrapunktiert, steigert. Sie möchte ganz augenscheinlich am liebsten mit auf die Bühne.
Als wir uns...
Ihr neues Layout, sehr geehrte Redaktion, verliert meiner Ansicht nach gegenüber dem bisherigen. Getreue Leser, besonders so langjährige Leser und Sammler wie ich (mit einem Abonnement von «Theater heute» seit den 60er Jahren) mögen keine Veränderungen einer Zeitschrift, die sie lieben – eben weil sie so ist, wie sie ist. Mein genauer Vergleich vorher/ nachher...
