Im offenen Vollzug

Mainz: Daniel Karasik «Die Unschuldigen», Uraufführung (DE, Staatstheater, TIC)

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Was will er denn?, fragt sich nicht nur der junge Staranwalt, der diesen Aaron verteidigen soll. Eigentlich sitzt der antriebsarme Bursche daheim bei Papa und Mama ja wie eine Made im Speck, warum also hat er sich als Ort seiner Sitzblockade jetzt ausgerechnet eine Gefängniszelle ausgesucht? Gönnt der junge Mann sich gerade die erste Lebenskrise, oder weiß er noch nicht, wie man dieses merkwürdige Spiel «Leben» spielt? Eines zumindest ist sicher: Aaron gehört einer Generation an, die es sich, eingeklemmt zwischen Gier und Trägheit, auf dem Sitzsack im Kinderzimmer bequem gemacht hat.

Um da wenigstens einmal raus zu kommen, bezichtigt er sich, eine ältere Frau umgebracht zu haben. Dumm nur, dass ihm niemand glaubt.

Der Kanadier Daniel Karasik ist Schauspieler, Autor und so alt wie seine Bühnenfiguren. Unterhält man sich mit ihm, wirkt er im Gegensatz zu denen aber angenehm entspannt und auch ganz zielstrebig. Da steht einer, der nichts dem Zufall überlässt und mit seinem jüngsten Stück eine Figurenkonstellation in der Theaterwelt platziert, mit der er sein Thema pragmatisch umrunden kann. Der junge Staranwalt Stanley etwa gehört der gleichen Generation wie Aaron an und verpasst ...

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Theater heute November 2011
Rubrik: CHRONIK, Seite 52
von Jürgen Berger

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