Ich lebe noch, Gott sei Dank
Mein bester Thomas, ich sende dir Grüße. Hier gehen die Dinge ihren gewohnten Gang. Bombenterror herrscht, und das schon bald vier Jahre. Oder noch länger. Kommt darauf an, ab wann man zu zählen beginnt. Wahrscheinlich hat das gar nie aufgehört. Also auch nie angefangen. Keine Ahnung, was ich dagegen tun kann. Und deshalb bleibe ich zu Hause. Wir haben uns nett eingerichtet, obwohl die Umstände widrig und dieses Einrichten, ehrlich gesagt, ziemlich anstrengend ist.
Oft denke ich, es könne nichts Schlimmeres, nichts Erdrückenderes geben als die eigene Biografie.
Es braucht einem dazu gar nicht schlecht zu gehen. Auch das Glück wird unerträglich, sobald es das eigene ist. Wir sollten deshalb eine eigene Biografie vermeiden. Oder eine fremde vortäuschen, was von den meisten Leuten bevorzugt wird. Wenigstens in unseren Tagen. Das kommt, glaube ich, nicht auf die Mode, sondern ganz auf die Person an. Persönlich mache ich mir nichts aus Kostümierungen. Es würde mir nie einfallen, mir einen Bart stehen zu lassen, bloß, damit mich die Menschen nicht erkennen. Ich würde auch mit Perücke und hinter einer Sonnenbrille erkannt. Und wenn nicht, so würde ich es mir einbilden, was letzten Endes ...
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Draußen vor der Tür versteigert der fast schon gewesene Intendant die Resterampe: Rutschen, Pappmachéwolken, -panzer, -brote, rote Pfeile mit Glühbirnchen, Zebrapuffs von Pollesch. Drinnen weint seine Protagonistin. Aber erst kassiert sie: 1 Euro pro Zuschauer, der dafür 60 Sekunden lang Wiebke Puls und das große Haus des Deutschen Schauspielhauses Hamburg ganz für...
Uraufführungen
A Juri Andruchowytsch Orpheus Illegal (Düsseldorfer Schauspielhaus)
B Martin Baltscheit Schneewittchen darf nicht sterben (Düsseldorfer Schauspielhaus) und Winterzirkus (Forum Freies Theater Düsseldorf) ·· Igor Bauersima Boulevard Sevastopol (Burgtheater Wien) und Oh, Die See! (Deutsches Schauspielhaus Hamburg) und Lucie de Beaune (Schauspielhaus...
