Es wird viel geredet
Das Thalia ist ein sehr einfaches Theater. Es fällt schwer, es als außergewöhnlich zu beschreiben. Weil es das nicht ist. Es macht das, was ein Stadttheater machen sollte.
Es definiert sich über ein starkes Ensemble, welches es natürlich über Jahre entwickelt. Natürlich werden zentrale Rollen nie von außen besetzt. Natürlich werden junge Schauspieler über lange Zeit ans Haus gebunden und entwickelt. Natürlich wissen die Schauspieler lange im voraus, was sie spielen werden.
Und natürlich bietet das Theater dem Ensemble Kontinuität über Jahre, in der Zusammenarbeit mit starken und sehr gegensätzlichen Regisseuren. Und selbstverständlich ist das Thalia immer auf der Suche nach jungen Regisseuren und bietet ihnen Bühne und Ensemble. Fast alle Inszenierungen neben denen der vier Hauptregisseure Stephan Kimmig, Armin Petras, Michael Thalheimer, Andreas Kriegenburg werden von den «Jungen» gemacht, die Liste derer, die sehr frühe oder gar erste Arbeiten am Thalia inszeniert haben, ist überraschend lang.
Natürlich pflegt das Thalia lange Arbeitsbeziehungen mit Autoren. Von Dea Loher kamen in den letzten Jahren 12 ihrer Texte zur Aufführung, die meisten als Uraufführung. Dass das Ensemble ...
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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Thalia des Jahres: Selbstlob, Seite 50
von Andreas Kriegenburg
Können Christen, Juden und Muslime sich im gemeinsamen Menschlichen versöhnen? Diese Frage hat bereits 1779 Gotthold Ephraim Lessing beschäftigt; mit seiner Parabel «Nathan der Weise» formulierte er die Notwendigkeit, ein stabiles Gleichgewicht zwischen den Religionen auf der Basis der Vernunft zu erringen. Lessing trat damit seinerzeit in den Widerstreit zur...
Das Stück endet in der Katastrophe: Der Vater stirbt, die Ehefrau wird wegen Missbrauchs eines Minderjährigen verurteilt, weitere Beziehungen sind zerstört oder ihr Aufkommen wird im Keim erstickt. Oder es schließt mit Happy End: Denn der angeblich missbrauchte Junge und die Tochter beginnen eine Beziehung – die die Fehler der Eltern vielleicht vermeidet ....
Gerade ist Dimiter Gotscheff noch einmal aufgestanden, um sich den vierten Whiskey zu holen. Wahrscheinlich ist heute wirklich nicht sein Tag. Schon nach dem zweiten Schnaps hat der lichtscheue Bulgare gestöhnt: «Es ist Montag, ich bin unvorbereitet, von mir kriegen Sie nicht mehr! Nehmen Sie es wörtlich. Ich kann über meine Arbeit nicht reden, ich kann nur brüllen...
