Haltet den Dieb!
Eigentlich dürfte Martin Crimps «In der Republik des Glücks» gar nicht so schwer zu inszenieren sein, gerade wenn man von höherer Regiekunst mal absieht. Der erste Teil ist eine Fingerübung in schwarzer Komödie: Eine reizende Familie sagt sich beim trauten Weihnachtsessen so ziemlich alles, was sie noch nie von sich hören wollte. Was natürlich einen respektablen Grad an bürgerlichem Illusionstheater voraussetzt, um nicht bloß albern zu sein.
Der zweite Teil ist eine figurenfreie Sammlung von Statements über die «Grundfreiheiten des Individuums», unterteilt in fünf Kapitel zu Themen wie Therapie, Schönheitswahn oder Selbstbestimmung: eine sarkastische Steigerung von Bekenntnistexten angeblich freier Individuen, die immer absurder und unfreier werden und natürlich die Fähigkeit zu Ironie und Sarkasmus voraussetzen. Der dritte Teil ist noch eine kleine Zweipersonen-Studie zu den Szenen einer glücklichen Wohlstandsehe, der mit jedem Wort die Wirklichkeit weiter entgleitet. Dafür gibt es in der Theater- und Filmgeschichte Beispiele. Soweit also drei lösbare Aufgaben.
Regisseur Rafael Sanchez und Bühnenbildnerin Janina Audick haben alle drei souverän ignoriert. Der erste Teil ist in ...
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Theater heute Januar 2014
Rubrik: Akteure, Seite 35
von Franz Wille
P { margin-bottom: 0.21cm; }Impressum
Theater heute
Die Theaterzeitschrift im 55. Jahrgang Gegründet von Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber: Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion: Eva Behrendt, Barbara Burckhardt, Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Mitarbeit: Marion Schamuthe
Gestaltung: Christian Henjes
Designkonzept: Ludwig Wendt Art Direction
Re...
Rund 100 Lichtstimmungen für etwa 70 Minuten Hörspiel? Das kann, selbst bei Aufzeichnung vor Publikum, keine gewöhnliche Radioproduktion sein. War es auch nicht: Zum zehnjährigen Bestehen gönnten sich die ARD-Hörspieltage das Experiment, Robert Wilson zur ersten Hörspielarbeit seiner Laufbahn einzuladen. Das bescherte dem seit 2006 im Karlsruher Zentrum für Kunst...
Noch einen Tag vor der Premiere machte das Gerücht die Runde, man habe sich bei Leander Haußmanns «Hamlet» auf viereinhalb Stunden Dauer einzustellen. Dreieinhalb waren es dann am Premierenabend tatsächlich. Welcher 60-Minuten-Block ließ sich wohl so folgenlos kurzfristig entfernen?
Gut möglich, dass es «Die Mausefalle» war, das Stück im Stück, das Hamlet...
