An vorderster Plüschfront
Was haben Scarlett O’Hara, das deutsche Fräuleinwunder und Schweinchen Dick gemeinsam? Sie treten beim Gastspiel der International WOW Company auf, die in Düsseldorf unter dem Motto «New Realities: Theater und globales Wirklichkeitsdesign» antraten.
Der New Yorker Theatermacher und Wow-Motor Josh Fox will im fünften Teil seines Endlos-Werks «Death of Nations» die speziellen deutsch-amerikanischen Beziehungen theatralisch be- und verarbeiten.
Der Titel verweist auf den Aufstieg und Fall von Kulturen und beinhaltet ein Wortspiel um Heimweh und den unvermeidbaren Geburtsschmerz, wenn Neues entsteht. Drei beispielhafte Epochenumbrüche hat er ausgewählt: Die letzten Momente des amerikanischen Bürgerkriegs, die letzten Momente des Zweiten Weltkriegs, als die amerikanischen Truppen als Besatzer und Befreier im Deutschen Reich stehen, und die Jetztzeit in Europa, den USA und im Irak, also an beispielhaften Orten für das belastete deutsch-amerikanische Bündnis.
Auf der Bühne erweist sich dieses deutsch-englische Triptychon mit amerikanischen und deutschen Schauspielern nicht als Annäherung an geschichtliche Wahrheit, als Dokumentar- oder Endzeittheater, sondern als buntes Potpourri aus ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Adolphe Appia ist fast vergessen. Sein Auftauchen in den einschlägigen Kompendien der Theatergeschichte wirkt meist wie eine Pflichtübung. Mit Edward Gordon Craig steht er als (spät) romantischer Künstler an der Wiege des modernen Theaters, ohne dabei jedoch allzu viel mit der fleischlichen Zeugung zu tun zu haben. Wie Craig hatte Appia nur wenige Gelegenheiten,...
Ibsen groß und Ibsen klein; Ibsen oben und Ibsen unten; Ibsen fern und Ibsen nah; Ibsen light und Ibsen schwer – im Würzburger Mainfranken Theater kann man zu Beginn der neuen Spielzeit nach Bedarf ein wenig aus dem Dramenkatalog des norwegischen Dramatikers wählen: «Peer Gynt» und «Nora» hat das Theater gleichzeitig auf dem Spielplan, ein Kraftakt für ein Haus...
Du bist unwiderstehlich und kannst jedes Spiel gewinnen.» Der Satz steht nicht nur in den Glückskeksen der überzeugten Singles Jana und Tom, was die beiden WG-Partner in Katharina Schmidts Zeitgeist-Stück «Maxi-Singles» zu einem geradezu irrwitzigen Wettstreit in Sachen One-Night- (besser: One-Hour-)Stands anstachelt. Der Satz schien bislang auch über der Karriere...
