Zu Tode gepflegt

Cesare Lievi «Fremde im Haus»

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Wenn das kein Thema für eine sozialkritische Komödie mit Potenzial für bitterböse Pointen ist: Pflegenotstand in Westeuropa und Personal aus dem wilden Osten, das die Lücken füllt. Da könnten Interessen aufeinanderprallen, Kulturen clashen und die Fetzen fliegen. Und so viel muss man Cesare Lievi lassen: Er hat einen aktuellen Brennpunkt gefunden, der auf dem Theater noch ziemlich unverbraucht ist. Und was den Deutschen ihre polnische Pflegekraft ist, ist den Italienern die ukrainische «badante».

Im Original heißt Lievis Stück dementsprechend auch «La Badante», in Wiesbaden hat man daraus «Fremde im Haus» gemacht. Das lässt offen, wie viele Eindringlinge im ehemals großbürgerlichen Haushalt einer alten Dame ihr Unwesen treiben. Immerhin gibt es da zwei Söhne, von denen einer meist abwesend ist, die ungeliebte deutschstämmige Schwiegertochter und eben die Ukrainerin Ludmilla, die gerne mal russische Popmusik hört und selbstverständlich nur gebrochen die Sprache ihrer Hausherrin spricht.

Die betagte Dame ist natürlich keine freund­liche Oma, sondern eine garstige alte Person, die eine beginnende Demenz und einen ausgeprägten Hang zur Menschenfeindlichkeit pflegt, der gerechterweise ...

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Theater heute Dezember 2007
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Kristin Becker

Vergriffen
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