Das Schöne, bundesweit und werbefrei
Mit der Kultur ist das so eine Sache. Sie ist ein Suffix, das man an jeden beliebigen Begriff anhängen kann: Wohn-, Ess-, Freizeit- oder gar Freikörper-… – alles kulturelle Phänomene. In den Medien kommt der Begriff aber auch gerne als Präfix vor, vorzugsweise als Kulturauftrag. Das DeutschlandRadio (nur echt mit der Arno-Schmidtschen BinnenMajuskel) schlägt jetzt zwei Fliegen mit einer Klappe. Es erfüllt den Auftrag seines Präfixes, indem es sich ein neues Suffix gibt. Ab dem 7.
März wird aus dem DeutschlandRadio Berlin, das, wie es das föderale Umfeld suggerieren könnte, eben kein Lokalsender ist, das DeutschlandRadio Kultur – nach wie vor unter dem Slogan «bundesweit und werbefrei». Das künftige Kürzel «D-Kultur» (und nicht etwa DRK) hätte man schon vor gut zehn Jahren haben können, als das Programm aus der Fusion des Rundfunks im amerikanischen Sektor (RIAS) und dem Deutschlandsender Kultur (DS-Kultur) der ehemaligen DDR hervorgegangen ist.
Zahlen, bitte!
Seinen Relaunch erlebt das Programm in finanziell prekären Zeiten, denn, so DeutschlandRadio-Intendant Ernst Elitz: «Gebührenerhöhungen sind für uns ein Fremdwort.» Dass die Ministerpräsidenten erstmals die von der ...
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Auf der nach republikanischer und demokratischer Ausrichtung hin geteilten rot-blauen Landkarte der Vereinigten Staaten pflanzt das Schauspiel Köln sein Fähnchen der Aufrechten mitten hinein ins Red-Retro-Country. Das Feindbild Bush verlangt nach Engagement – gemäß dem Spielzeit-Motto «Was tun», das ohne Fragezeichen daherkommt und folglich Handlungskompetenz...
Nachmittagsvorstellung an einem Sonntag im Januar, volles Haus, das Schweizer Fernsehen ist auch da und filmt für irgendeine Kultursendung. In der Pause fragt das blonde Garderobenfräulein: «Und? Finden Sie das jetzt auch obszön? Also, ich habs ja noch nicht gesehen, aber viele Leute sagen, das wäre total obszön!» Hm. Nach der Pause sind die drei alten Damen aus...
Kommissar Schneider ermittelt. Aber was klärt er auf? Nichts. Verwirrung, Dimensionsverschiebung ist das Ziel. Helge Schneiders Krimis sind keine Whodunits, sondern Dschungelbücher, semantische Irrgärten aus der zur Banalität befreiten Phantasie.
Hatte Helge Schneiders verwirrtes Musical «Mendy, das Wusical» noch so etwas wie eine Handlung, wenn auch keinen...
