Die Thebaner sind unter uns

Sophokles «Ödipus»

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Alles stimmt, alles passt: der helle, hermetisch geschlossene Raum. Die leicht und sparsam gesetzten Klänge. Das gelbe Kleid der Iokaste. Die weißen Anzüge der Männer. Der schwarz gekleidete Chor – die Kleidung postmodern, mit ein paar historischen Zitaten, einer Schnalle hier, einem Brustpanzerteil da. Requisiten? Keine, doch, zwei Wasserflaschen. Davon später.

Ödipus ist jung, sehr jung. Unbekümmert und sehr verliebt. Er sitzt auf dem Schoß seiner fraulichen Königin, zärtlich von ihr umklammert, er liegt auf ihr und tut es – eindeutig gestöhnt und doch stilisiert.

Kreon guckt freundlich zu. Nur der Chor stört. Ein schwarzer Krähenschwarm, sie stürmen nach vorn, stehen wie eine Mauer, starr, fordern die Rettung. Laien, teilweise durchaus laienhaft in Bewegung und Blick, doch hoch konzentriert, und die Sprache stimmt, der Rhythmus, die Betonung. Bürger eben, Linzer Bürger, jetzt Thebaner. Sie singen auch, kurze Tonfolgen, wenn es gar keinen Ausdruck mehr gibt, keine Worte für Angst, Entsetzen. Sie sitzen rechts und links entlang der weißen Seitenwände, sehen zu und können nichts tun als ab und zu ihren Gefüh­len Laut geben. Das helle Herrschertrio, die drei vom Königshaus sind weit ...

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Theater heute Februar 2007
Rubrik: Chronik, Seite 47
von Ulrike Kahle

Vergriffen
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