Spandau Ballett
Er ist wieder da» – das war nicht nur ein Schlager von «Marion», sondern auch der Werbespruch für Walter Moers’ Comic-Satire «Adolf, die Nazisau». Unter dem Satz war eine Moers-Zeichnung des gealterten Hitler zu sehen, der in einer Sprechblase erklärte «Öch bin wieder da». Die lustige Groteske, in deren Verlauf Hitler Michael Jackson und Prince kennen lernt, Sex mit Göring hat und, wenn ich mich recht erinnere, auch in den Tod von Lady Di verwickelt ist, war bestimmt nicht der Bezugspunkt der neuesten viereinhalbstündigen ARD-Haupt- und Staatsaktion.
Dennoch ist «Er» nicht nur als Name für den Führer, sondern auch als Bezeichnung für dessen spezifische Mischung aus Verdrängung und Daueranwesenheit in den Medien vergeben, ja eben bereits für eine der gelungensten Satiren auf diese merkwürdige Unsterblichkeit.
Doch bleibt «Speer und Er» nicht die einzige Freudsche Fehlleistung im Marketing von Heinrich Breloers jüngster Fortsetzung seiner Themeneskalation Barschel-Wehner-Engholm-RAF-Familie Mann. Die Schrifttype, mit der in allen Werbemitteln und im Vorspann der Filmtitel gestaltet wurde, ist nur wenige Elemente und Millimeter entfernt von der Titelschrift des «Spiegel». ...
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Diesen Menschen scheint nichts Tierisches fremd. Ihr gekacheltes Zuhause ist eine ungemütliche Kreuzung aus Affengehege, Aquarium und Abenteuer-Spielplatz. Zwischen Klavier und Schreibtisch verführen Kletterbäume zum Hüpfen und Balancieren. Wer fällt, der fällt weich – in den Sandkasten. Ein dienlicher Dämpfer, denn harte Abstürze hat Marius von Mayenburgs...
Der Gerd sitzt am linken hinteren Rand der kleinen Bühne. Er kennt das soziale System «Luhmann-Seminar»: «Vorne hocken die Jünger mit Koks im Blick. Hinten quälen sich die Pflichtscheine. In der Mitte ganz allein der Gerd. Kampfstellung. Eine ungeheure Wut im Bauch. Grimmig wacht die Linke. In Bielefeld. Ausgerechnet Bielefeld.»
Zwischen dem Gerd (Stefan...
Vor ein paar Wochen lag am Bühneneingang der Brief einer Zuschauerin, deren begeistertes Lob für die Vorstellung von «Virginia Woolf» in dem Satz gipfelte: «Wie schön, endlich mal wieder ein Abend nur mit wunderbaren Schauspielern ganz ohne Regie!» – Hierbei handelt es sich ganz offensichtlich um den Fall des unterschätzten Regisseurs. Das ist ja heutzutage eher...
