Erika Ode ermittelt
Im großen Pulk der deutschen Fernsehkommissarinnen ist Eva Mattes als Klara Blum von der Kripo Konschtanz von allem weniger: weniger matronenhaft als Hannelore Hoger alias Bella Block, weniger Nachtfalter-flatterhaft als Hannelore Elsner alias Lea Sommer, weniger rundum überkandidelt als Corinna Harfouch alias Eva Blond und weniger postoperativ maskenhaft als Iris Berben alias Rosa Roth.
Sie gibt ein verlässliches Fräulein Mutter Erde, nicht überwältigend, aber beständig. Das meiste ist ihr eh wurscht, auch ihr eigener Geburtstag.
Sexualität spielt sich vor ihr ab, nicht in ihr, im Geturtel ihrer metrosexuellen jungen Kollegen, die sich um jene Pfunde sorgen, zu denen sie längst steht. Sie ist übern Berg und hat nun Zeit, freundlich liebe Penner zu umsorgen, die ihr Zeugenaussagen apportieren wie wuschelige Hunde. Der Kommissarin mütterliches Herz ist groß, und im Konstanzer Mörder und Großbetrüger, der sich ihr aalglatt entwinden will, erkennt sie sofort ein Kind, zu dessen Erziehung sie berechtigt ist. Sie entlarvt ihn im Spiel, obwohl die großen Männer der Stadt ihn schützen. Das schreckt sie nicht, weil neben ihr alle Männer kleine Jungen werden. Klara Blum locht ein und ...
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Die begehrteste und meistbeachtete Premiere der Wiener Herbstsaison ging weder im Burgtheater noch in der Staatsoper, sondern in einem 68 Plätze fassenden Kellerlokal namens Theater am Alsergrund über die Bühne: Anfang Dezember erlebte dort «Hader muss weg», das neue Soloprogramm des Wiener Kabarettstars Josef Hader, seine Uraufführung. Es handelte sich im Wortsinn...
Zum ersten Mal begegnete ich Palitzsch bei der ersten Probe zur ersten Aufführung des Berliner Ensembles im Zuschauerraum des Deutschen Theaters in der Schumannstraße.
Wir hatten da eigentlich beide nichts zu suchen. Palitzsch war der Dramaturg des Ensembles, und ich ein junger Schauspieler, der keine Rolle im «Puntila» hatte. Aber da uns keiner wegschickte,...
Erinnern und sich erinnern, das sind zwei Begriffe, aktiv und passiv, die ebenso schmerzhaft wie schön sein können, denn sie haben mit Zeit zu tun, Zeit, die vergangen ist, zwar nie verloren, sondern gewonnen aus Beschwörung und Mühe, und doch immer näher dem Ende zu, dem Tod, unser aller Tod, den jeder allein leisten muss, gleichgültig sein Rang, selbst sein...
