Inszenierung von beschränktem Raum
Theater sind raumfressende Monster mit stetigem Ausbreitungsdrang. Notorisch leiden die Häuser, vielleicht mit Ausnahme der Opéra de la Bastille in Paris, unter permanenter Raumnot. In Bremen, wo sich das Mehrspartentheater am Goetheplatz in einem allzu engen Gehäuse zurechtrütteln musste, ist die Dramaturgie in besonderem Maße auf logistische Improvisationskünste angewiesen. Erweiterungsmöglichkeiten für die Hinter- und Nebenbühnen hat der Standort im dicht bebauten Theaterquartier nicht zu bieten.
Wenigstens den Besuchern ein Aufatmen zu ermöglichen und der Verwaltung mehr Platz und praktischere räumliche Verbindungen einzuräumen, aber auch die Modernisierung und Optimierung der verschlissenen Zuschauerräume war Ziel der jüngsten Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen.
Wenn daraus mehr wurde als eine routinemäßige Modernisierung, so ist das den Hamburger Architekten Dinse Feest Zurl zu verdanken, ein Team, das sich schon öfter durch den geschickten Umgang mit räumlich verzwickten Situationen ausgezeichnet hat und dem das Denken in Theaterkategorien nicht schwer fällt. Schematische Grundrissorganisation reicht für eine solche Aufgabe nicht aus, man benötigt dazu ein ausgeprägtes ...
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Der Name klingt holprig und ist zudem schief. «Bühnenbild» – eines jener deutschen Doppelworte, das zwei Begriffe, die nicht so recht zusammenpassen, schamlos hintereinanderhängt in der Hoffnung, dass die dadurch erreichte Verwirrung ausreicht, von unangenehmen Nachfragen abzuhalten. Mit Bildern jedenfalls hat das, was auf den interessanteren deutschen Bühnen neben...
Geister machen gewöhnlich nachts auf sich aufmerksam. Klopfgeräusche aus dem Schrank oder Geheul im westlichen Flügel sind immer ein Hinweis darauf, dass in der Vergangenheit noch eine Angelegenheit offen ist. Man kann damit locker umgehen und das Gespenst zu dem Familienmitglied erklären, das es meistens ohnehin ist. Oder man kann sich fürchten, dann gehört die...
Was hat die Mutter ihrem Sohn zu sagen, der auf seine Hinrichtung wartet? Eine zerbrechliche alte Frau stolpert langsam in Richtung Rampe, in ein wollenes Tuch gewickelt, Mitbringsel für ihren Jungen in der Hand. Zitternd und distanziert trifft sie ihn an. Eigentlich möchte sie ihm von ihrer Trauer erzählen, aber stattdessen entringt sich ihr eine kleinliche...
