Der Spuk im Hause Goethe
Das Haus, von dem ich erzählen will (und in dem es in mehr als einer Hinsicht nicht mit rechten Dingen zugeht), habe ich im sehr frühen Morgengrauen des 1. August 2007 zum ersten Mal betreten. Tags zuvor war ich in der pannonischen Sommerhitze von Bratislava mit dem Taxi zum letzten Mal durch die Barockstadt zum Flughafen gefahren (meine Möbel, Bücher, Kleider, Bilder waren schon auf dem Weg nach Bremerhaven) und hatte Europa für ein paar Jahre den Rücken gekehrt.
Zehn Stunden später umgaben mich die karibisch feuchtheiße Atmosphäre New Yorks, die unübersehbaren Menschenmassen, der allgegenwärtige Lärm. «Hier wirst du es nicht allzu lang aushalten», sagte ich mir damals manchmal. Am 1. August konnte ich nachts um vier nicht mehr schlafen. Ich zog mich an und ging in die dunklen, windigen, tropischen Straßen hinaus. Einsame Kühlanlagen brausten in den fußballfeldgroßen Fassaden.
Ein Starbucks an der Ecke hatte schon offen. Ein Kaffee, ein Sandwich, die «New York Times». Ich war, sagte ich mir in diesem Moment, angekommen in meiner neuen Stadt. Während die Sonne aufging, wanderte ich vom Hotel an der Westside durch den Central Park zu meinem künftigen Arbeitsplatz an der Fifth ...
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