Wien: Im Western nichts Neues

Juliane Stadelmann «Noch ein Lied vom Tod» (U)

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Ein Tumbleweed ist einer dieser Gestrüppballen, die der Präriewind durch einsame Städte des Wilden Westens weht. In der Western-Ikonografie steht das Ding für «gottverlassene Gegend». Wenn sich auf der Besetzungsliste eines Theaterstücks ein Tumbleweed findet, ist das also eine recht eindeutige Botschaft. Juliane Stadelmanns Stück «Noch ein Lied vom Tod» spielt zwar in einer ostdeutschen Plattenbausiedlung, aber auch mit Westernmotiven. Neben dem Tumbleweed gibt es auch einen Saloon – eine Kneipe namens «Günthers Eck» – und eine Totengräberin.

Der Sheriff heißt Udo und ist Kriminalpolizist.

Hintergrund des Stücks ist ein extremer Fall von unterlassener Sorgfaltspflicht, der sich 1999 in Frankfurt/Oder zugetragen hat: Zwei Kleinkinder wurden von ihrer Mutter wochenlang allein gelassen und sind verdurstet. Der Fall ist längst geklärt, Kommissar Udo (Florian von Manteuffel) ermittelt trotzdem: «Ich bin hier, um herauszufinden, wer wirklich schuld ist!» Aber erstens ist er nicht der Hellste, zweitens hat er gar keine Dienstmarke, und drittens sind die Plattenbewohner, denen er begegnet, zwar nicht unfreundlich, aber doch ziemlich undurchschaubar.

Der kleine Tom (Simon Zagermann) ist ...

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Theater heute März 2015
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Wolfgang Kralicek

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