Henriette Schmidt, Frank Damerius und Elke Wollmann; Foto: Marion Bührle
Nürnberg: Wenn die Luft knapp wird
Kein bisschen ist zu spüren vom Schrecken des Eises und der Finsternis in Jörn Klares Monodrama «Höhenrausch». Da schickt er einen Extrem-Bergsteiger hinauf in die absolute Einsamkeit, lässt ihn an Leib und Seele spüren, dass man ein Nichts ist in diesen Weiten und dieser schroffen Leere, über der die Endlosigkeit liegt – und der wackere Kletterer hat nicht viel anderes im Sinn als über verpeilte Lieben und verpasste Chancen auf sicherem Grund und Boden nachzudenken.
So, wie ihm mit der Zeit die Luft knapp wird, gehen Klare die Ideen aus: Was könnte wohl einer denken und fühlen, der sich hoch oben über der Welt aufhält und gar nicht mehr so recht weiß, warum er die ganzen Strapazen auf sich genommen hat?
Man erfährt es nicht in diesem mächtigen Text-Brocken, den der Schauspieler Julian Keck ganz alleine zu bewältigen hat: ein Auf- und Abstieg durch unwegsames Gedankengelände, ein Antippen philosophischer Überhänge und ein Abseilen an Erinnerungen. Dass sie nicht hoffnungslos stürzt, diese kaum greifbare Figur, liegt an Keck, der sich ganz ohne Sauerstoffgerät heftig bemüht, zwischen gespielter Überanstrengung und schwindendem Bewusstsein eine einigermaßen glaubhafte Balance zu ...
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Theater heute Dezember 2017
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Bernd Noack
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