Zauberei und Zerfall

Boris Vian «Die Reichsgründer oder Das Schmürz», Rimini Protokoll «Der Zauberlehrling»

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Manchmal ist die Verteidigung schlimmer als die Gefahr, gegen die man sich verteidigt. In Boris Vians absurder Komödie «Die Reichsgründer» flüchtet eine Familie in einem Wohnhaus jedes Mal, wenn ein lautes, unerklärliches, bedrohliches Geräusch ertönt, einen Stock höher in immer kleinere Wohnungen, der eigene Lebens- und Freiheitsraum wird immer weiter beschnitten. Dass sich die Lage so stets verschlimmert, wird geleugnet oder schöngeredet.


 

Vians Stück von 1957 hat mit den besseren Stücken des absurden Theaters gemeinsam, dass es alle Züge einer Parabel aufweist, ohne eindeutig entschlüsselbar zu sein. Seine vieldeutigste Figur ist das «Schmürz», eine Art Prügelknabe, den die Familienmitglieder zwischendurch ohne erkennbaren Grund misshandeln. Am Ende, nachdem alle verschollen sind und auch der Familienvater aus dem Fenster gestürzt ist, füllt sich, so in der originalen Regieanweisung, die Bühne mit Schmürzen. Eine Satire auf das wirklichkeitsblinde, arrogante Bürgertum, eine Warnung für den von Terroristenangst geplagten Überwachungsstaat?
 

Christiane Pohles Inszenierung thematisiert, wie heute jede einigermaßen gewitzte Theaterproduktion, das Verhältnis von Wirklichkeit und ...

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Theater heute Juli 2009
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Gerhard Preusser

Vergriffen
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