Auf diversen Baustellen
Das Theater, sagt Arthur Miller, kann nur Wahrheiten enthüllen, die schon bekannt waren, aber noch nicht als Wahrheiten erkannt worden sind. Welche Wahrheiten hat das Düsseldorfer Schauspielhaus enthüllt?
Wahrheit Nr. 1:
Das Theater ist eine Baustelle
Zunächst einmal war das Theater mit sich selbst beschäftigt. Nicht mit seiner Kunst, sondern mit seinem Gebäude. Als 2014 Wilfried Schulz, damals noch Schauspielintendant in Dresden, seinen Vertrag mit der Düsseldorfer Schauspielhaus GmbH abschloss, war von Sanierung des Hauses noch nicht die Rede.
Erst im Zuge der rheinischen Planungsmethode, «mal sehen, was das Nächste ist», stellte sich das ganze Ausmaß der Kalamitäten heraus. Weil der Platz vor dem Schauspielhaus und die angrenzenden Geschäftsgebäude in einer aufwendigen Neuanlage dieses Innenstadtareals umgestaltet werden soll, war das Schauspielhaus nicht bespielbar. Schulz erreichte, dass diese Zeit für eine technische Sanierung des Schauspielhauses genutzt wurde. Doch das war nur der Anfang.
Die Fassade des Hauses stellte sich als sanierungsbedürftig heraus, ebenso die öffentlichen Räume (Restaurant, Foyer, Kasse usw.). Finanzierungsbedarf insgesamt etwa 60 Millionen ...
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Theater heute Juli 2019
Rubrik: Bilanz, Seite 52
von Gerhard Preußer
Michael Merschmeier Sie schreiben in Ihrem autobiografischen Buch «Ich stehe zur Verfügung»: «Kuhstall war der eine Geruch meiner Kindheit, der andere war Weihrauch.»
Peter Simonischek Schreib ich das wirklich? (lacht laut)
MM Tun Sie. Kuhstall und Kirche vermitteln Geborgenheit, Gemeinschaftsgefühle. Ein gutes Ensemble kann auch eine Gesellschaft wie eine...
Die zweitstärkste Szene dieser belgisch-deutsch-irakischen Rumpf-«Orestie» ist nur auf Video zu sehen: Der legendäre, weil Demokratie- und Rechtsstaat begründende Schluss von Aischylos’ Trilogie sieht für das Ende der ewigen Gewalt einen recht knappen Ausgang vor. Bei der Abstimmung, ob Orest für den Rachemord an seiner Mutter Klytaimnestra verfolgt oder begnadigt...
SZENE 1 – Niels Monolog
Niels Hallo, guten Abend, mein Name ist Niels Bormann.
Ich möchte mich ganz kurz vorab entschuldigen, dass hier heute ein Stück mit Israelis, Palästinensern und Deutschen stattfindet, das wir schon vor 10 Jahren gemacht haben. Das ist nicht schön. Das tut mir wirklich leid!
Damals an der Schaubühne habe ich damit angefangen, dass ich mich für...
