Das große Grau

Geld- und Kriegmachen vom Schreibtisch aus: Ayad Akhtars «Die unsichtbare Hand» kombiniert mit «Am Boden» von George Brant am Schauspiel Bochum

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Der neue west-östliche Divan steht vor einem Laptop. Dort, in einem pakista­nischen Kellerloch, über dem amerikanische Drohnen kreisen und Bomben fallen, sitzt als Gefangener Nick Bright. Das Lösegeld für den Banker, das die muslimischen Brüder von dessen Citibank fordern, beträgt zehn Millionen Dollar. Bright, Ehemann und Vater eines kleinen Sohnes, erwartet nicht, dass der Deal zustande kommt. Es sei denn, er verdient das Geld selbst. Der Raubtier-Kapitalismus kennt nicht Freund noch Feind und nimmt, was er zwischen die Zähne kriegt.

Imam Saleem, der in dem Vier-Personen-Stück zunächst die Fäden zieht, akzeptiert Brights Angebot, seine Fähigkeiten in den Dienst der is­lamischen Sache zu stellen und mit seinem schwarz verschobenen Eigenkapital Millionen zu erzocken, bis er sich seine Freiheit erwirtschaftet hat. Die Gewinne, die sich auf anonymen Konten häufen, sollen für humanitäre Maßnahmen in Pakistan verwendet werden.

Ayad Akhtars Konstruktion für «Die unsichtbare Hand» baut darauf, dass Gewinnstreben nützlicher, einträglicher – und vielleicht noch gefährlicher – ist als ideologisches Denken. Der Titel bezieht sich auf die selbstregulierenden Kräfte und Mechanismen, die ...

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Theater heute Februar 2017
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Andreas Wilink

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