Das große Grau
Der neue west-östliche Divan steht vor einem Laptop. Dort, in einem pakistanischen Kellerloch, über dem amerikanische Drohnen kreisen und Bomben fallen, sitzt als Gefangener Nick Bright. Das Lösegeld für den Banker, das die muslimischen Brüder von dessen Citibank fordern, beträgt zehn Millionen Dollar. Bright, Ehemann und Vater eines kleinen Sohnes, erwartet nicht, dass der Deal zustande kommt. Es sei denn, er verdient das Geld selbst. Der Raubtier-Kapitalismus kennt nicht Freund noch Feind und nimmt, was er zwischen die Zähne kriegt.
Imam Saleem, der in dem Vier-Personen-Stück zunächst die Fäden zieht, akzeptiert Brights Angebot, seine Fähigkeiten in den Dienst der islamischen Sache zu stellen und mit seinem schwarz verschobenen Eigenkapital Millionen zu erzocken, bis er sich seine Freiheit erwirtschaftet hat. Die Gewinne, die sich auf anonymen Konten häufen, sollen für humanitäre Maßnahmen in Pakistan verwendet werden.
Ayad Akhtars Konstruktion für «Die unsichtbare Hand» baut darauf, dass Gewinnstreben nützlicher, einträglicher – und vielleicht noch gefährlicher – ist als ideologisches Denken. Der Titel bezieht sich auf die selbstregulierenden Kräfte und Mechanismen, die ...
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Theater heute Februar 2017
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Andreas Wilink
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Becketts «Enspiel» ist ein solider Oldtimer der Gott-ist-tot-Dramatik: Kein Sinn nirgends unter der Weltzirkuskuppel, nur leerlaufende Rituale, die einen Tag füllen, der jederzeit der letzte sein kann. Zwei höchst allgemeine Menschheitssymbolträger aus Herr (Hamm) und Knecht (Clov) stützen sich in ihren komplementären Behinderungen von Nichtsehen- und...
