Der Körperterrorist
s ist ein mieser Tag, kalt und regnerisch und auch schon nach 22 Uhr. Trotzdem bricht die Sonne durch, wenn Philipp Hochmair auf einen zustürmt: gut gelaunt, strahlend und hellauf begeistert von dem köstlichen Essen, das er soeben im Münchner «Volksgarten» genossen hat und das er nun auf unserem Weg in die ruhigere «Kostbar» in allen Einzelheiten beschreibt. Ein Schaumsüppchen mit püriertem Irgendwas, Filetspitzen an frischem Spargel, danach dieser exquisite Schokoladenkuchen ... Philipp Hochmair ist ganz aus dem Häuschen.
Er sagt, er esse wahnsinnig gerne, er müsse da wirklich aufpassen, es schmecke ihm einfach so gut. Deshalb habe er sich das Teetrinken angewöhnt, sonst würde er «ständig was futtern» und dazu womöglich noch Alkohol trinken «und nicht aufhören können». Der Schauspieler Philipp Hochmair – übrigens ein schlanker junger Mann – ist einerseits zwar ein haltloser Genussmensch und Schwärmer, andererseits aber auch ein zwanghafter Kontrollfreak, der sich permanent selbst in die Schranken weist.
Das mit seiner Teetrinkerei mögen manche für einen Spleen halten, für Hochmair bedeutet es nicht weniger als Bändigung, Purifikation. Drei Liter trinkt er pro Tag. Alle Sorten. Die ...
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Dieser Text lässt sich nicht einfach abschütteln. Er nistet sich ein, beißt sich fest, kriecht ein paar Nächte lang übers Kopfkissen. Er hinterlässt Bilder eines abscheulichen Verbrechens: Nach der Lektüre sieht man mondbeschienene Feldwege vor sich, leere Bierkästen Marke «Sternburger» und Springerstiefel, die nach einem erschöpften Körper treten. Man hört einen...
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