Präsentation eines Prototyps
Die Ein-Mann-Revolution tritt hinter einem Werbeplakat für die Zigarettenmarke «Cabinet» hervor. Auf dem Plakat sieht man eine Küchenszene, in der sich die Hauptfigur die Zigarette an der Flamme des Gasherds anzündet. Die Ein-Mann-Revolution ist männlich und spricht grundsätzlich im lockeren Plauderton.
Beherzt Hallo, na wie geht’s, Ihnen allen ein herzliches «Hey!»
… Wird unsicher, formeller Herzlich Willkommen zur Präsentation! – Macht man ja auch nicht alle Tage, sowas …
Ich wurde gebeten, Ihnen heute Abend einen Prototypen vorzustellen.
Ich nehme das Ergebnis vorweg.
Meine Damen und Herren, ich bin eine Ein-Mann-Revolution. Nicht französisch nicht russisch nicht islamisch nicht mexikanisch nicht proletarisch.
Ich bin nicht industriell, nicht mal intellektuell, nicht neolithisch – vielleicht monolithisch – ein bisschen kulturell oder sexuell, zumindest am Wochenende. Nicht lachend Ha ha!
Steigert sich. Ich bin eine lustige Revolution, chaotisch, cholerisch, kreativ – unaufhaltsam, weil bislang von euch unbemerkt – dazu rasant, rapide und Drohend Radikal und – halt keine Panik, das war ein Witz, ich bin doch unblutig!
Unblutig! – Wie die meisten Revolutionen. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Auch wenn es für derartige Prognosen vielleicht noch etwas früh ist, Sarah Kanes schmales Werk dürfte aller Voraussicht nach zu dem Wenigen gehören, was von der Dramatik der neunziger Jahre bleiben wird – eine Entwicklung, die es mit sich bringt, dass die fünf Stücke, die zum Zeitpunkt ihrer Entstehung wie explosives Gefahrengut in der schmuddelbunten Welle der...
In seinem mittlerweile legendären Aufsatz «Art and Objecthood» von 1967 stellt der Kunstkritiker Michael Fried dem Minimalismus eines Robert Morris oder Donald Judd ein vernichtendes Zeugnis aus. Sie verrieten, so Fried, nicht nur die Malerei und Skulptur, sondern die Kunst überhaupt ans Theater. Ihre Objekte suchten nach Bühnenpräsenz. Statt erfüllter Gegenwart...
Heute: Wirklichkeitsflimmern! Die Wirklichkeit ist von vornherein so beschaffen, dass man sofort mit ihr spielen möchte, auch als Kind. «Vater, Mutter und Kind» ist die Form für die unmittelbare Umsetzung häuslicher Frustrationen und Konflikte ins Spiel. Die Abbildung ist der erste Schritt zur Bewältigung. Dabei muss der Wirklichkeitsbezug unmittelbar und direkt...
