Billiger sterben
In Svenja Viola Bungartens Debütstück kommt das Schicksal charmant und leichtfüßig daher. Mit der großen Frage des Lebens, ob es das nun schon gewesen sei, stehen Ute K. und Beate des nachts an der Straße. Es sind zwei ältere Frauen, die vielleicht das Schönste in ihrem Leben noch vor sich haben. Hoffen sie jedenfalls. Sie glauben daran und arbeiten dafür, dass das Beste noch kommt.
Sie wollen nach Okinawa, dort in der Sonne sitzen, vor sich hin schrumpeln und uralt wer-den, zu zweit. Doch da ist noch der Willi, Ute K.
s Ehemann, der seit zwei Jahren krank im Sessel sitzt und am liebsten Unterwasserdokumentationen schaut. Doch für Beate ist das kein Hindernis. Sie liebt Ute K. – und eine große Liebe kann man nicht aufhalten. Weil die Rente zu klein ist, beginnen Ute K. und Beate mit Medikamenten, die eigentlich für Willi bestimmt sind, zu dealen. So wollen sie ihre Reisekasse auffüllen. Doch bevor der gemeinsame Lebensabend finanziert ist, stirbt Willi. Er muss unter die Erde. Dringend! Doch Totsein ist teuer. Und das Ersparte ist hart verdient. Auf der Suche nach der günstigsten Bestattungsvariante finden die beiden Frauen das Bestattungsinstitut Jason und Piotr Nagel: «Death ...
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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 167
von Barbara Bily
Dieses Stück ist ein Glücksfall: ein Text, dessen Vielschichtigkeit auf sprichwörtlichen leisen Sohlen daherkommt, der gedankliche Schärfe mit einer fast fürsorglich zu nennenden Figurenführung vereint und der verschiedene lebensweltliche und gesellschaftliche Themen aufgreift und durchführt, ohne dass sich eines in den Vordergrund spielt oder der Autor der...
Heute habe ich ein Visum beantragt für meine Heimat. 22 Tage in Russland wollen begründet sein. «Eine Deutsche» macht Urlaub in ihrem Geburtsort. Nach 30 Jahren in Deutschland bekomme ich das nicht über die Lippen: eine Deutsche sein. Warum?
Mit acht Jahren kam ich aus Russland nach Deutschland. Was beginnt mit dem ersten Tag in einem fremden Land, und was ist es,...
Sie ist erst vor zwei Stunden von einem Gastspiel zurückgekommen, und es war ein großer Abend für Wiebke Puls. Nicht wegen des Erfolgs vor den unbekannten Zuschauern, sondern wegen eines überraschenden Gesprächs mit der begleitenden Kammerspielcrew aus allen Gewerken, das bis spät in die Nacht ging. Und das besonders war, «die Trennlinie zwischen Technik und Kunst...
