Auf die Plätze, fertig, los!
Ein «Sommernachtstraum» mit Puck als fieser Raupe, die erst zum Schmetterling werden muss. Gegenwärtige Stützen der Gesellschaft als ein versoffener, autistischer Haufen. Der bürgerliche Traum von der Vermählung der schönen Künste mit dem Kapital, wie er im wahrsten Sinne des Wortes ins Bodenlose rutscht. Ein moderner Ruhrpott-Simplicissimus, der durch Sex, Drugs and Rock’n’Roll mäandert.
Schließlich Leonce und Lena, die Königskinder, die diesmal nicht zusammenfinden: Nach den ersten fünf Premieren lässt sich feststellen, dass Theaterbesuche in Essen wieder Überraschungen bereithalten.
Nach dreizehn, was die Besucherzahlen betrifft, durchaus erfolgreichen, gemütlich-konventionellen Jahren mit Jürgen Bosses psychologischem Realismus, praktisch ohne zeitgenössische deutsche Autoren, hat Anselm Weber, Publikum und Entscheidungsträgern der Stadt durch Regiearbeiten in der Aalto-Oper bekannt, das Essener Schauspiel übernommen. Der Beginn einer neuen Ära also, die sich für Theaterzeitung und Informationszettel ein blasses, aber unverwechselbares Rosa als Farbe erkoren hat. Das Titelblatt zum Neustart beherrscht ein stilisiert gezeichneter junger Mensch, der in Denker- oder Betrachterpose ...
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Es hätte so schön werden können, und so gut war es gemeint: Theater für die ganze Familie! Mit A-Schauspielern, einem A-Regisseur, einer A-Autorin! Musik! Ein Klassiker, 400 Jahre alt! Und eine frohe Botschaft: Lebe deine Träume! Die Weihnachtszeit ist ja auch nicht mehr fern, nur noch ein Vierteljahr, und in den Supermärkten liegen schon die Lebkuchen.
Dass sich...
Wer alles liest, hat nichts begriffen, sagte er», spricht Thomas Holtzmann. «Der lesende Mensch ist wie der fleischfressende auf die widerwärtigste Weise gefräßig und verdirbt sich wie der fleischfressende den Magen und die gesamte Gesundheit, den Kopf und die ganze geistige Existenz», sagt Reger, formuliert Holtzmann. «Die höchste Lust haben wir ja an den...
Entscheidend ist wieder mal die Frage, wo die Grenze zu ziehen ist. Und in welchem Kontext etwas stattfindet. Also etwa: Wie lange darf ich vor dem Fernseher oder bei ebay abhängen, ohne in den Verdacht zu geraten, dies für abendfüllend zu halten? Oder: Bis zu welchem Alter kann sich ein arbeitsloser Akademiker glaubhaft als freischaffend ausgeben? Und, um etwas...
