Spätmoderne Zeiten
Eigentlich geht es Fräulein Agnes allerbestens: keine größeren finanziellen Sorgen, eine schöne Altbauwohnung, ein reiches Kulturleben, das sie in einem gerngelesenen Blog mit ihren Mitmenschen teilt, ein junger Liebhaber, über dessen gelegentlich anderweitigen Interessen sie großmütig und weise hinwegsieht. Kurz: Fräulein Agnes lebt im kulturbürgerlichen Paradies auf Erden.
Was jedoch leider nicht besonders zu ihrer persönlichen Zufriedenheit beiträgt.
Wie jeder gute Menschenfeind seit Molière kippt sie schon in ihrem ersten Monolog, einem vernichtenden Wutblutsturz, kübelweise Verachtung auf die lokalen Künstler, Salons, Kunstvereine und andere Kulturbetriebsnotwendigkeiten und analysiert das schöne, bunte, aufgeklärte Kreativ- und Reflexionsmilieu, deren eindrucksvoller Leuchtturm sie ist, mit ausdauernder Wahrheitsliebe in Grund und Boden. Von Freitagabend bis Sonntagvormittag – von der Autorin peinlich genau dokumentiert – pointiert sie dabei mit schneidender Intelligenz ihren ganzen, nicht unerheblichen Bekanntenfreundeskreis aus ihrem Leben heraus.
Rebekka Kricheldorfs «Fräulein Agnes» ist vermutlich die eindrucksvollste und treffsicherste intellektuelle Selbstabschaffung ...
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Theater heute Mai 2018
Rubrik: Best of ... Mülheimer Stücke, Seite 20
von Franz Wille
Sexualkunde für Erwachsene gibt es im Theater oft. Ungesunde Beziehungen finden sich in der Dramenliteratur zuhauf. Nun hat der Londoner Autor Evan Placey, Spezialist für Jugendtheater, ein Drama über Sexualkundeunterricht geschrieben, ein metadidaktisches Drama. Also eigentlich kein Drama für Jugendliche, sondern über sie. «Gesunde Beziehungen» («Consensual»)...
Hinter Stäben bald keine Welt mehr. Eine Lichtorgel- und Lichtstab-Installation kreist auf Volker Hintermeiers Drehbühne, in deren Mitte mächtig drohend ein angefressener, verkohlter Erdball den Verfall ankündigt. Es rumort und grollt von der Tonspur, als würden in weiter Ferne Züge rangiert.
Lars von Triers zweistündige Missa Solemnis vom Weltuntergang (2011)...
Aachen, Theater
12. Albee, Wer hat Angst vor Virginia Woolf?
R. Michael Helle
17. Depryck, Der Reservist – Arbeiten im 21. Jahrhundert
R. Ulrike Günther
18. Küspert, mensch maschine
R. Marion Schneider-Bast
Aalen, Theater der Stadt
4. Hintze, Wir sind die nebelfreie Stadt
R. Tina Brüggemann, Michael Flechsler und Thomas Haller
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
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