Interpreten statt Autoren

Jens Roselt versammelt «Regietheorien»

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Vorab eine Warnung oder auch Entwarnung: Daniel Kehlmann fehlt im Register dieses Buches und mit ihm alle neueren Kombattanten und Kombattantinnen der immergrünen Werktreue-Debatte rund um die Grenzen (und Entgrenzungen) der Regie-Allmacht. Also alle von Peter Stein und Andrea Breth bis, sagen wir, Jo­achim Lottmann.

Überhaupt widmet sich Jens Roselt in seiner Textsammlung «Regie im Theater. Geschichte – Theorie – Praxis» dem Erscheinen des modernen, künstlerischen Regie-Typus eher mit breitem historischen Strich.

Zwar hebt das Buch mit Nicolas Stemann als livehaftig auftretendem Performer seiner eigenen Regisseurs-Rolle an (in seiner «Faust»-Inszenierung). Aber im Anschluss geht es denn doch vor allem um die Genese dieser exponierten Rolle zwischen dem ausgehenden 18. Jahrhundert und dem beginnenden 20. Von den verwaltungstechnischen Ursprüngen des Regieberufs im Stadttheater, als es Regisseuren vor allem oblag, für «Ordnung und Pünktlichkeit» am Haus zu sorgen, zeichnet Roselt in einer prägnanten sechzigseitigen Einleitung die sukzessive Emanzipation des Regisseurs als Spielleiter nach.

Ironie für Werktreue-Freunde: Erst mit dem Literaturtheater und mithin mit der Würdigung des ...

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Theater heute Dezember 2015
Rubrik: Bücher, Seite 56
von Christian Rakow

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