Subkultur: Tumbling Tumbleweed

Grenzüberschreitung, Selbstermächtigung, Transzendenz: Rashaad Newsomes Performance «Five» holt Voguing in die Gegenwart

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Immer ganz leicht abseits vom Mainstream: Voguing entstand Ende der Siebziger in den Ballrooms von Harlem, als Tanz, der sein Bewegungsrepertoire dem Laufstegverhalten der Haute Couture entlieh.

Eine grundsätzlich für die Popkultur anschlussfähige Ästhetik, die hier, unter Latinos, Afroamerikanern, Schwulen und gesellschaftlichen Außenseitern auch ein Moment der Selbstermächtigung beinhaltete: Die Subkultur stellte im Voguing eine schillernde Souveränität zur Schau, die viel zu tun hatte mit einem lustvollen Als-ob, mit Spaß am Genderbending, mit einer Negation der prekären Verhältnisse.

Einige Jahre blieb Voguing Underground. Anfang der Neunziger flirtete Popstar Madonna kurz mit den Tanzschritten (wobei man der Sängerin tatsächlich echtes Interesse für queere Ästhetik zugestehen musste), dann verschwand der Trend wieder im Subkulturellen. Wo er freilich weiter schillerte: Voguing wird bis heute in New York praktiziert, ebenso in Paris, und auch die Berliner Szene hat eine gewisse Tradition.

Seit 2010 arbeitet der New Yorker Künstler Rashaad Newsome an seiner Produktion «Five», mit der er weniger die Vogue-Ästhetik als vielmehr deren Inhalte in die Gegenwart holt: ...

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Theater heute März 2018
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Falk Schreiber

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