Freiburg: Beziehungsbiester
Ein Boxring, nur ohne Sicherheitsseil. Ein festungsfelsgraues Plateau, nur ohne Landschaft. Darauf zwei Sparringspartner, nur voneinander abgewandt. Die szenische Ausgangslage, die die niederländische Regisseurin Liliane Brakema im Freiburger Theater für August Strindbergs «Totentanz» wählt, spottet jeder Ehebeschreibung. Edgar und Alice, die verkannte Schauspielerin und der entthronte Offizier, führen einen Haushalt von der Ausstrahlung eines erkalteten Heizkörpers. Der bildet prompt das einsame Bühnenmöbel auf Sammy van den Heuvels sparsam ausgeleuchteter Podestinsel im Kleinen Haus.
«Wollen wir spielen?», bricht der Artillerist das routiniert frostige Schweigen. Aber nein, das will das Paar recht lange nicht in dieser Inszenierung. Bis die Rede auf Kurt kommt. Kurt, den Quarantänemeister. Da knickt Marieke Kregels Hüfte ab, tänzerisch und eine Spur zu kokett, als dass ein Publikum im Unklaren bliebe, wo genau Kurt zwischen Edgar und Alice steht. Nämlich mitten im Weg, und das seit 15 Jahren, obwohl er sich nicht hat blicken lassen in dieser Spanne.
Jetzt, da Martin Hohners Kurt wie durch unsichtbare feindliche Linien zum Rencontre aufs Podest kriecht, ist das Trio sichtlich ...
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Theater heute März 2018
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Stephan Reuter
Pläne der Redaktion
Der Heizer Robert Smith will sich einfach nicht anpassen in der westlichen Welt. Perfekter Stoff für Frank Castorf: Eugene O’Neills «Der haarige Affe» in Hamburg.
#MeToo: Julia Riedler, Judith Rosmair und Hildegard Schmahl über Theaterarbeit, Macht und Männer.
Er war in den 60er Jahren ein Bühnenrevolutionär, dessen Entwürfe auch heute noch ...
Im schönsten alpinen Hochtal der Schweiz, im Engadin, hört man im Zug, wie weit der Schutz der Minderheiten gehen kann. Die Haltestellen der Rhätischen Bahn werden nicht nur Deutsch und Englisch, sondern auch Rätoromanisch angesagt, Letzteres in verschiedenen Regiolekten. «Fermada sin Dümonda» oder «sin Dumanda»: «Halt auf Verlangen» einmal in Scuol und einmal ab...
Aachen, Grenzlandtheater
14. nach Rostand, Cyrano de Bergerac
R. Ulrich Wiggers
Aachen, Theater
16. nach Fassbinder, Die bitteren Tränen der Petra von Kant
R. Martin Schulze
22. Dlé, Android ergo sum (U)
R. Florian Hertweck
24. Schiller, Die Räuber
R. Ewa Teilmans
Augsburg, Theater
10. Ripberger, 1968: Geschichte kann man schon machen, aber so wie jetzt ist’s halt scheiße...
