Der Teufel wohnt im Emmental
Es gehört von jeher zum Wesen des Menschen, dass er dort, wo er die Dinge nicht versteht und die Welt ihm Angst macht, nach Erklärungen sucht, um sich das Unheimliche näher zu bringen. Wo keine rationalen Erklärungen zu finden sind, entstehen Geschichten gegen das Fürchten, die über Jahrhunderte und Generationen hinweg weitererzählt werden: ein eigener Kosmos aus Naturereignissen, bösen Mächten und Teufelswerk.
Auch Hanna, die Hauptfigur in Reto Fingers «Kaltes Land», kennt diese Geschichten: Vom «Britsche-Manndli» etwa, einem von Kinderhänden geformten Männchen aus «Britsche», der weichen Masse jungen Käses, in dem der Teufel zum Leben erwacht und das Kind und seine Familie ins Unglück stürzt. Oder von Macolvis Tochter, von der es heißt, sie sei auf grausame Art zu Tode gekommen und der Wind trage nun ihren traurigen Gesang aus den unzugänglichen Schluchten ins Dorf, um im Winter den ersten Schnee anzukündigen.
Dort, wo Hanna aufwächst, irgendwo in einem entlegenen Tal in den Schweizer Bergen, gehören diese Geschichten bis heute ganz selbstverständlich zum Leben dazu, ja, sie sind bisweilen gar das Leben selbst. Hier pflegt man einen ebenso archaischen wie pragmatischen Umgang mit ...
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«Ich habe mich vor acht Wochen in Hamburg mit ‹Nachtasyl› beschäftigt, da habe ich über ‹Nachtasyl› nachgedacht, und vor einem halben Jahr habe ich mich mit ‹Macbeth› beschäftigt, da habe ich über ‹Macbeth› nachgedacht. Und im Moment mache ich wieder was anderes. Und das beschäftigt mich außer ein paar andere Sachen eigentlich den ganzen Tag.
Gleichzeitig habe ich...
Wie machen sie das nur, Katharina Schüttler und Felix Goeser, die Hedda Gabler an der Berliner Schaubühne und der Stuttgarter Platonow, erst wenige Jahre am Theater und schon Schauspieler des Jahres?
Gibt es dafür auch Regeln? Zwei Porträts über die bezwingendsten Darsteller der Saison, deren Bühnenwirkung sich kaum jemand entziehen kann.
...Wenn Muriel Gerstner ein Bühnenbild entwirft, wird immer ein besonderer Spielraum daraus. Man kann das eine Regel nennen, im Nachhinein.
Aber vorher helfen nur ausgreifende Lektüren und – vielleicht – ein Foto von Freud über dem Sicherungskasten im Atelier: Judith Gerstenberg, bisher Dramaturgin in Basel, begibt sich auf Spurensuche, nicht ohne Fallen.
