«Was haben wir falsch gemacht?»
Wildfremd sind sie einander, die Alten und die Jungen in dieser Familie, die einst bessere Zeiten gesehen hat. Misstrauen, Hass, Bevormundung vergiften ihr Verhältnis zueinander.
Gierig grapscht der lustgeile Großvater nach dem jungen Fleisch der fremdstämmigen Haushälterin, der Freiheitsdrang der jungen Tochter entlädt sich in aggressiver Schikane gegen die kranke Mutter, der verklemmte Sohn quält sich mit unterdrückter homoerotischer Neigung – und die Mutter, kaum Mitte vierzig und den Tod vor Augen, versucht mit letzter Kraft, die Krusten der Verlogenheit und Verstellung aufzubrechen, verdrängte Gefühle und verborgene Beziehungen ans Licht bringen. Nur für einen Augenblick sind die Spannungen vergessen, dann, wenn das wirklich Fremde über sie hereinbricht, wenn aus der Wohnung über ihnen schrille Musik losdröhnt, fremde Stimmen lärmend durchs Haus schallen. Dann explodiert die Wut gegen die «Scheißausländer», gegen diese fremden Eindringlinge, die «unseren Frieden und unsere Harmonie stören und unsere Großzügigkeit ausnutzen».
Belbel beobachtet den Zusammenprall einer traditionsbewussten deutschen Familie mit nicht näher bezeichneten Zuwanderern über Jahrzehnte hinweg. ...
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Die Ausgangslage war brillant: «Der Streit» von Marivaux, eine alte Kiste, aber so aktuell, als hätte sie Houellebecq selbst in den Arc de Triomphe gemeißelt. Eine Geschichte über Menschenexperimente, emotionale Klonversuche, Rückverwilderungsgeschichten, am Fließband reproduzierte Sündenfallszenarien. Pop, Politik, Science Fiction so weit man sehen kann. Ein...
Zwei Paare, vier Sterne, ein Apfelbaum. Jana geht mit Kalle; Susann geht mit Anton. Die Sterne sind vermeintliche Designerdrogen und angeschafft, damit man in dieser Nacht mal «was spürt». Der Apfelbaum weist Richtung Sternenhimmel. Susann sagt: «Die Sterne. / Mit der ganzen Zeit, die sie haben. / Hängen da oben rum. / Wie Kinder ohne Zukunft.» Die Vier warten...
In seinem 1932 erschienenen Roman «Von drei Millionen drei» lässt Leonhard Frank («Links wo das Herz ist»), der «Gentleman» (Fritz Kortner) der deutschsprachigen Exil-Literatur, ein durch Hoffnungslosigkeit zusammengeschweißtes Freundes-Trio die Heimatstadt Würzburg und später das Land, in dem man «sicher nur zugrunde gehen kann», verlassen. Sie fliehen vor Armut...
