Ich ist ein Arschloch

In der Berliner Schaubühne macht Milo Rau sich, dem Theater und der eurozentrischen Betroffenheit den Prozess: «Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs»

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Ich bin auch nur ein Arschloch», outete sich Milo Rau unlängst in der Schweizer «Sonntagszeitung». Der Grund, in Kürze: Unser aller eurozentristische Betroffenheitskultur – vulgo: Mitleid – angesichts der weltpolitischen Lage verschiebe real zu führende Debatten in symbolische Entlastungsräume und mache uns somit zu «zynischen Humanisten».
Knackige, aber korrekte Analyse also – zu der «Mitleid. Die Geschichte des Maschinen­gewehrs» in der Berliner Schaubühne jetzt sozusagen der Theaterabend ist.

Im Zentrum steht, im gediegenen blauen Strickminikleid, die Schauspielerin Ursina Lardi – und zwar als punktuell an der eigenen Biografie entlang gestrickte Kunstfigur Lardi, welche erst mal ihre produktionsvorbereitende Recherchereise auf der Refugee-Route referiert und bei dieser Gelegenheit auf «klimatisierte Busse» zu sprechen kommt, die sie in einem Flüchtlingslager an der griechisch-mazedonischen Grenze beobachtet habe und die ihrer Meinung nach aufgrund des «Hipster»-Faktors der Insassen «direkt aus Berlin oder Paris» kommen könnten. Das, so fragt die Kunstfigur Lardi sich – und uns – rhetorisch, solle «die größte humanitäre Katastrophe des Jahrhunderts» sein?

An diesem Punkt kommt ...

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Theater heute März 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Christine Wahl

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GEÄCHTET

Ort

Eine geräumige Wohnung an der Upper East Side in New York.


Zeit

2011 bis 2012.
Die ersten beiden Szenen spielen im Spätsommer 2011.
Die dritte Szene spielt drei Monate später im Herbst.
Die vierte Szene spielt sechs Monate später im Frühling.


Das Stück sollte ohne Pause gespielt werden



SZENE EINS

Licht.
Hohe Decken, Parkettboden, Profilleisten. Das...

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