Natural born Performer
Samuel Finzi, der Tänzer, der Clown, der Musiker unter den deutschen Schauspielern. Der Elegante. Der Zauberer. Als Iwanow zeigt er, wie eine Figur auf offener Bühne verschwindet, obwohl sie körperlich anwesend bleibt. «Wie machen Sie das?», fragte Henning Rischbieter ihn nach der Premiere anerkennend, und das ist etwas, worauf der 40-Jährige wirklich stolz ist.
Denn das Wohnzimmer von Henning Rischbieter in der Tempelherrenstraße war einer der ersten Anlaufpunkte von Samuel Finzi, als er vor sechzehn Jahren nach Berlin kam: ein bulgarischer Schauspieler ohne Bühnenerfahrung, der kaum deutsch sprach.
Samuel Finzi ist ein gründlicher Mensch. Am Tag nach dem Gespräch ist ihm noch etwas eingefallen, und so trifft man sich erneut. Mit beigem Trenchcoat über dem Jeans-und-Turnschuh-Outfit betritt er summend das Lokal und nimmt erst an der Theke die Stöpsel aus den Ohren. Mittelgroß, dunkelblond, grüne Augen, hohe, beim Reden zerfurchte Stirn. Ein markanter Typ, der in jede Hotellounge passt, aber auch ins Survival-Camp. Verblüffend freundlich dabei, fast zuvorkommend. Jazzliebhaber.
«Die Probe war gut», sagt er gleich, obwohl er gar nicht direkt von dort kommt. «Oft müssen die ...
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Anfang der siebziger Jahre bestand das französische Paradies noch aus Fleisch. Marco Ferreris Skandalfilm «Das große Fressen» (1973) legt davon eindrucksvoll Zeugnis ab: In einer verlassenen Vorstadtvilla erschaffen vier Männer in den besten Jahren, dargestellt von den Stars des franco-italienischen Kinos, ein Schlaraffenland aus Nacktem und Gegrilltem. Ein...
Dieser Krieg der Generationen ist schon entschieden. Gewinnerin ist die zehnjährige Alegra, die ihre Familie so unter der Fuchtel hat, dass sie nach Opas Tod direkt die Wohnung erbt und die Eltern nun quasi bei ihr wohnen. Solche Gewinner zu hassen ist freilich leichter, als diesen Hass so zu formulieren wie Biljana Srbljanovic: «Es ist vielleicht wirklich nicht...
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