Verkehrsfragen

Mark Ravenhill «Shoot/Get treasure/Repeat», Thomas Jonigk «Ach, da bist du ja!»

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Ganz auf der Höhe der Zeit ist es nicht. Ein Körperscanner wurde nicht installiert auf der Bühne des Düsseldorfer Schauspielhauses, die Justyna Lagowska einer Abfertigungshalle mit Raucherkabine, Gepäckband und Sitzbänken nachgebaut hat. Last Exit: Gefahrenzone. Leben im Wartestand. Denn die Paare und Passagiere heben ihre Häupter gen Himmel, von dem nichts Gutes kommt, flehen in beträchtlicher Lautstärke – Spezialität dieser deutschsprachigen Erstaufführung – um Schonung und fragen ins Leere: «Warum bombardiert ihr uns? Wir sind die Guten.

» Das «Wir» lässt sich fix klären: 
 

unsere rechtschaffene westliche Zivilisation mit ihren Errungenschaften wie Hedge Fonds, Frühstücksfernsehen, Gartencenter und Autos der Marke Turan oder Cayenne. Wer aber sind die ominösen «ihr»? Das belassen Mark Ravenhills episch formatierte Prä-Katastrophen-Episoden im Ungefähren. Irgendein islamischer Schurkenstaat oder Selbstmordattentäter-Zirkel wird es wohl sein, vor deren drohender Gewalt das Dutzend repräsentativer Kulturträger den Kopf einzieht.  
 

Der Terror des anonymen Krieges und der Terror des Gefühls verbinden sich in «Shoot/Get treasure/Repeat» aufs Allgemeinste. Ravenhills sozialer und ...

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Theater heute März 2010
Rubrik: Chronik, Seite 47
von Andreas Wilink

Vergriffen
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