Diese schreckliche Indifferenz

Gewaltstudien und Hasssportübungen: Frank Castorf lässt «Judith» Holofernes an der Volksbühne köpfen, Andrea Breth erzählt in Wien John Hopkins’ «Diese Geschichte von Ihnen»

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In Jean Baudrillards Denken, vor allem seinem späten, rechten Ideologien zuneigendem, gibt es eine starke Verkettung von Langeweile und Hass. Sein ständiger Abgesang auf die geistlose Leere der modernen Gesellschaft, auf die verderbliche westliche Werte-Suggestion durch Warenanreize und das mediale Ereignis-Voodoo, zeugte recht offen von seiner Sehnsucht nach dem Ausbruch von Gewalt als Korrektiv.

9/11 und den terroristischen Islamismus benannte Baudrillard dann auch als «die Revolte der Anti-Körper» und beschrieb den politischen Massenmord im Namen Allahs nicht ohne stille Hoffnung als einen Weckruf für den westlichen Werteschlaf.

Kurz vor seinem Tod 2007 äußerte er sich dazu noch einmal in geradezu anerkennenden Worten: «Die ganze Welt, China und Japan eingeschlossen, wird in die postmoderne Zersplitterung und Entwurzelung hineingezogen, die die Werte hinter sich lässt. Es gibt eine Ausnahme: den Islam. Er allein fordert die radikale Gleichgültigkeit, die die Welt durchfegt, heraus.»

Demokratie-Defätismus

Mit diesem Demokratie-Defätismus passt Baudrillard perfekt in die inszenatorische Ehrenhalle, die Frank Castorf seit längerem für bestimmte männliche Autoren baut, die starke ...

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Theater heute März 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Till Briegleb

Weitere Beiträge
GEÄCHTET

Ort

Eine geräumige Wohnung an der Upper East Side in New York.


Zeit

2011 bis 2012.
Die ersten beiden Szenen spielen im Spätsommer 2011.
Die dritte Szene spielt drei Monate später im Herbst.
Die vierte Szene spielt sechs Monate später im Frühling.


Das Stück sollte ohne Pause gespielt werden



SZENE EINS

Licht.
Hohe Decken, Parkettboden, Profilleisten. Das...

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