Hörbares Elend
Schlimmer geht’s nimmer: Debbie Tucker Green verschränkt in «Stoning Mary» drei Elendsgeschichten aus – vermutlich – Afrika: Ein Ehepaar streitet um das einzige Rezept gegen Aids; ein anderes Ehepaar bejammert seinen verlorenen Sohn, der als Kindersoldat kämpfen muss; eine junge Frau – Mary – soll für einen Mord gesteinigt werden und spricht vorher mit ihrer Schwester. Alle drei Geschichten hat Green geschickt verflochten, und erst am Ende stellt sich das Missing Link heraus: Marys Mord galt dem Kindersoldaten, der das aidskranke Ehepaar ermordet hat.
Die Gräuel-Trilogie handelt jeweils von Situationen, welche die Moral schon hinter sich haben: Wo der Tod des einen das Überleben des anderen sichert, wo das Kind zum Feind wird, wo ein Mord Gerechtigkeit bedeutet. Die Dialoge bleiben dennoch demonstrativ banal, was soll man auch schon sagen, wenn es nichts mehr zu sagen gibt. Laut Regieanweisung spielt das Stück jeweils «in dem Land, in dem es aufgeführt wird», und «alle Personen sind weiß». Danke, verstanden: Wir sollen an der westeuropäischen Haut erleben, wie es ist, wenn es so ist.
Regisseur Benedict Andrews hält sich allerdings demonstrativ zurück: 13 Schauspieler sitzen ...
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Die gute alte Ost-Platte hat in letzter Zeit viel üble Nachrede, Leerstand und Totalabriss erdulden müssen, da kommt etwas Trost zur rechten Zeit. Der genialische Jungarchitekt Holm zieht freiwillig in eins der dünnwandigen Fertigbaumodule und gewinnt der mangelnden Geräuschdämmung ungeahnte zwischenmenschliche Qualitäten ab: «Muss man sich halt mal anstrengen,...
Ein Mann kommt auf die Bühne, setzt sich hinter das bereitgestellte Piano, greift zur E-Gitarre und zupft ein paar perlende Moll-Akkorde. Ein anderer schleppt einen Eimer Farbe herbei, zückt die Malerrolle und streicht schüchterne Linien in Schwimmbadblau auf die Leinwand. Weitere Leute, hübsch exzentrisch gekleidet, verteilen sich im Raum und fangen zu tanzen an:...
Laut Szenenanweisung spielt das Stück in «Marlboro Country an der Grenze des Erträglichen», in diesem Fall also irgendwo in der österreichischen Prärie. Und zwar so weit weg vom Schuss, dass der Postbote (Dominik Warta) sich nur einmal die Woche hierher verirrt. Ezra (Dominik Maringer) betreibt hier eine Kneipe, Golsch (Jan Thümer) und Der Pinguin (Franz Josef...
