It’s a match!
In dem von Aristophanes 411 v. Chr. uraufgeführten Stück «Lysistrata» wird der Krieg zwischen Sparta und Athen zum Kampf der Geschlechter. Um den Frieden zu erzwingen, starten die Frauen hinter der Frontlinie einen Vergeltungsschlag auf Krieg und Patriarchat. Sie ziehen alle Register weiblicher Verführungskunst und quälen die Männer durch Enthaltsamkeit – und ein von beiden Seiten äußerst konsequent geführter Machtkampf beginnt.
Wer sonst sollte sich heute diesen Stoff vornehmen, wenn nicht Sibylle Berg? In ihren Romanen, Theaterstücken und Kolumnen erweist sie sich als scharfsinnige Analytikerin der Geschlechterverhältnisse. Nun hat sie die antike Komödie zur Grundlage ihres neuen Stücks gemacht und als Auftragswerk für das Theater Basel eine zeitgemäße Fortsetzung geschrieben: «In den Gärten oder Lysistrata Teil 2». Es ist ein bissiges Plädoyer für Gleichberechtigung und gegen überholte Rollenzuschreibungen. Darin lässt die Dramatikerin als Einzelstimmen DIE Frau Lysistrata und DEN Mann Bernd, von einem Frauen- und Männerchor begleitet, zu Wort kommen. Und diese weiblichen und männlichen Stimmen vermelden nicht etwa nur eine pessimistische Bestandsaufnahme – nein, Sibylle ...
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Theater heute Jahrbuch 2019
Rubrik: Neue Stücke, Seite 160
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