Der schnelle Weg nach Osten

Von der Berliner Schaubühne nach Budapest: Tilo Werner

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Dieser Trigorin ist nicht von hier. Nicht, dass er keine Manieren hätte, die Sprache nicht beherrschte oder der einzig Blonde unter Brünetten wäre. Es sind Nuancen, die den etablierten Schriftsteller aus Tschechows «Möwe» von der Theaterfamilie unterscheiden, in der er als Freund und Begleiter der Schauspielerin Irina Nikolajewna Arkadina (Eszter Csakanyi) zu Gast ist: Man hört seinem Ungarisch noch die Mühe an, jeden Akzent zu vermeiden.

Man spürt, dass sein Selbstverständnis als Künstler sich deutlich von dem der älteren Arka­dina, ihres Sohnes Kostja und dessen Flamme Nina (Annamária Láng) unterscheidet: Er ist reflektierter, kontrollierter, ein Intellektueller unter lauter Gefühlsmenschen. Und wenn er die Spinnenbeine übereinanderschlägt und die schmalen Finger nachdenk­lich gegen die Lippen tippt, sieht man, dass dieser Trigorin zu seinem Körper ein ähnlich distanziertes Verhältnis pflegt wie zum Clan der Diva, der sich auf dem Landgut ihres Bruders Sorin zusammengefunden hat.

Der Schriftsteller Boris Trigorin hat in Árpád Schillings Insze­nierung der «Möwe» mit seinem Darsteller, dem Deutschen Tilo Werner, nicht alles, aber einiges gemeinsam. Beide sind jung und ehrgeizig und ...

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Theater heute März 2006
Rubrik: Porträt, Seite 22
von Eva Behrendt

Vergriffen
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