Hannover: Schritte im Obergeschoss

Hannover Schauspielhaus, Ibsen «John Gabriel Borkman»

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Der eigentliche Star des Abends ist das Bühnenbild von Jo Schramm. Da fährt das ganze Erdgeschoss einen Meter nach unten, als wir im Obergeschoss die Schritte des rastlos wandelnden Bankdirektors hören. Gerade so viel versinkt die Bühne, dass wir unter dem tief hängenden Portal die Beine Borkmans sehen können, wie er in einem schwarz ornamentierten Salon auf und ab geht. So gruselig ist dieser Moment, weil wir uns in unserer Fantasie alle möglichen Zustände in diesem Obergeschoss ausmalen. Immerhin hat der Mann laut seiner Frau seit Jahren das Haus nicht verlassen.

Während sie sich im Erdgeschoss der verkommenen Villa unter einem Solarium den Schmerz wegbrennen will – oder in die riesige Badewanne steigt, in der allerdings längst kein Wasser mehr schimmert, sondern nur noch ein Berg Schaum. Nichts ist, wie es scheint.

So wie das, was wir da im Obergeschoss entdecken, als sich die Podien endlich ganz nach unten senken, auch längst nicht der Horror-Film ist, den wir erwartet haben. Hagen Oechel spielt Borkman nicht als schwer deprimierten Versager, sondern begegnet der Figur mit Witz. So kann man nur schmunzeln, wenn der hagere Mann mit großen Schritten auf und ab läuft, mit ...

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Theater heute Juni 2015
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Alexander Kohlmann

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